Sonntag, 9. Februar 2014

Wikibook Einführung in die Fotografie - Bildgestaltung

Kapitelübersicht

  • Einführung
  • Grundlagen der Fotografie
  • Grundlagen der Bildgestaltung
  • Aufbau und Funktionsweise einer Kamera
  • Das Fotografieren
  • Die Bildgestaltung
  • Digitale Bildbearbeitung

Kapitel:  Die Bildgestaltung


Allgemeine Grundlagen

Einführung

Die Bildgestaltung (auch: Komposition) ist eines der wesentlichsten Gebiete des Photographierens. Sie ist eigentlich der erste Schritt bei jeder Aufnahme eines Photos und liegt damit zeitlich vor der tatsächlichen, von der Kamera durchgeführten Aufzeichnung des Photos. Da die technischen Grundlagen der Photographie jedoch für die Bildgestaltung von großer Bedeutung sind, wurde das entsprechende Kapitel vorangestellt.
Vor allem Laien neigen oft dazu, sich über Bildgestaltung wenig oder gar keine Gedanken zu machen. Solche Aufnahmen bezeichnet man für gewöhnlich als Schnappschuss – das Photo wird ohne großes Nachdenken und In-Szene-Setzen aufgenommen. Das Ergebnis ist dann oft enttäuschend. Fast jedem wird dies bereits einmal aufgefallen sein – das Photo wirkt am Ende ganz anders als man sich vorgestellt hat oder wie man die Szene selbst erlebt und gesehen hat. Die Aufnahme erscheint vielleicht flach, ausdruckslos, langweilig. Der Hauptgrund ist dabei, dass die Kamera die Welt auf andere Weise sieht als wir. Sie ist einäugig und erzeugt zweidimensionale Abbilder, während wir die Welt mit zwei Augen sehen und sie für uns räumlich erscheint. Wenn man einmal ausprobieren möchte, wie die Kamera einen Ausschnitt "sieht", so reicht es bereits aus, das linke oder rechte Auge zu schließen – das Bild wirkt dann in der Tat ganz anders.


Es gibt jedoch einige elementare Regeln und Tricks, wie man Szenen so gestalten beziehungsweise aufnehmen kann, dass sie attraktiver wirken und aus einem spontanen Schnappschuss eine durchdachte, ansprechende Aufnahme wird. In diesem Abschnitt werden einige wenige, aber umso bedeutendere Regeln vorgestellt, um qualitativ bessere Bilder zu erzeugen. Hauptanliegen ist dabei, ein geeignetes Motiv zu finden, es im Bild zu positionieren und Tiefe zu erzeugen (also den dreidimensionalen Eindruck zu einem gewissen Grad wiederherzustellen). Das Verinnerlichen dieser grundlegenden Regeln der Bildgestaltung ist eine gute Voraussetzung, um überzeugende Bilder hervorzubringen - eine Vielzahl dieser Regeln sind dabei im Kern sehr einfach und nachvollziehbar, so dass sie Photographen mit ein wenig Erfahrung oft ganz automatisch befolgen.

Die Bildgestaltung

Unter der Bildgestaltung (Komposition) versteht man die Anordnung und Verbindung formaler Elemente in einem Kunstwerk. Sie umfasst damit für gewöhnlich das Suchen und Auswählen eines Motivs sowie die Anordnung dessen in einem Bild. Dabei sind eine Vielzahl von Nebenbedingungen wie Farben, Kontrast, Strukturen, Bildausschnitt, Perspektive etc. zu beachten; auch die technischen Grundlagen der Photographie spielen hier eine gewisse Rolle. So wirken sich Schärfentiefe, Belichtungsdauer, Brennweite etc. ebenfalls auf das zukünftige Bild aus.
Da die Bildgestaltung ein kreativer Prozess ist, ist sie von sehr individuellem Charakter. Eigentlich sollte jeder für sich selbst entscheiden können, wie das aufzunehmende Bild am besten gestaltet werden soll und wie es am besten wirkt – ein Kapitel über Bildkomposition wäre demnach eigentlich überflüssig. Es gibt jedoch verschiedene Regeln und Richtlinien, die man im Allgemeien befolgen kann, um ästhetisch ansprechende Photos zu erlangen, egal welche eigenen Motive und Ziele man verfolgt. Auch wenn jeder Photograph seinen eigenen Stil besitzt und eine individuelle Meinung zur Bildgestaltung hat, wird er diesen Richtlinien in vielen Fällen folgen. Eine Anleitung zur "korrekten" Bildkomposition für ein bestimmtes Motiv beziehungsweise einen bestimmten Fall ist aber natürlich weder möglich noch sinnvoll. Da es nicht nur einen Weg zu einem guten Bild gibt, schließen sich einige Regeln auch gegenseitig aus. Daher hat man oft auch bei der Befolgung der Regeln die Wahl, welche Variante am besten zum Motiv paßt.
Manchmal ist es auch interessant, die in diesem Abschnitt vorgestellten Regeln bewusst zu brechen und somit ein außergewöhnliches Photo zu erzielen. Dies sollte jedoch mit Bedacht getan werden – das Brechen aller Regeln führt nicht automatisch zu beeindruckenden Photos, sondern schnell zu Chaos oder unqualifizierten Aufnahmen. Wie überall muss am Ende das "Gesamtpaket" stimmen.

Komposition und Motive

Grundlagen


Beispiel für Bildgestaltung. Hauptmotiv im linken Bilddrittel; Nebenmotive füllen die rechte Seite des Bildes, ohne vom Hauptmotiv zu sehr abzulenken.
Das Motiv eines Photos ist der kennzeichnende, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich lenkende Teil eines Photos. Man sagt auch, es hat die höchste Gewichtung, also die größte Aussagekraft beziehungsweise Bedeutung. Andere Bereiche des Photos haben demnach eine niedrigere Gewichtung, sie sind eher Beiwerk, dürfen bei der Gestaltung aber dennoch keineswegs vernachlässigt werden.
Ein Photo kann auch aus mehreren Motiven aufgebaut sein, zum Beispiel drei Apfelbäume auf einer Wiese oder zwei Personen, die um die Wette laufen. In vielen Fällen gibt es dabei ein Hauptmotiv (das Motiv mit größter Bedeutung beziehungsweise Aussage) und entsprechende Nebenmotive. Manchmal meint der Begriff Nebenmotiv auch sämtliche Bildelemente, die nicht das Hauptmotiv sind.
In einigen Fällen ist sofort ersichtlich was das Motiv eines Photos ist. Ein Apfelbaum auf einer sonst kahlen Wiese ist offensichtlich das Motiv des Photos, der Blick des Betrachters richtet sich sofort auf den Baum. In manchen Fällen ist möglicherweise nicht ganz klar, was das Motiv ist. Vor allem bei Landschaftsaufnahmen ist dies der Fall. Die klassische Photographie sieht vor, dass in jedem Photo ein Motiv vorhanden ist, aber das Motiv muss nicht immer ein bestimmtes, abgrenzbares Objekt sein (zum Beispiel Person, Baum, Fahrzeug, Gebäude, Bach, Laternenmast etc.). Der Schatten einer Person am Strand, über den Himmel verteilte Schäfchenwolken oder abstrakte Muster, die sich durch das gesamte Bild ziehen, können ebenfalls das Motiv sein. Inwiefern man allerdings hierbei noch von einem Motiv im eigentlichen Sinne sprechen kann, ist durchaus fragwürdig.
Grundsätzlich ist es auch denkbar, zwei Arten von Photos zu unterscheiden: Photos mit einem (Haupt-) Motiv, an denen der Betrachter beim Betrachten sprichwörtlich "hängen bleibt", und die Photos, die kein konkretes Motiv besitzen (der Betrachter betrachtet das Photo im Ganzen). Ein Photo, das kein Motiv im ersten Sinne besitzt, muss daher nicht zwangsweise schlecht sein.
Das Hauptmotiv eines Bildes sollte, sofern es existiert, automatisch die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich lenken. Es ist daher wichtig, es so zu platzieren, dass es als "Blickfang" wirkt. Bei einem Apfelbaum auf kahler Wiese ist dies ganz sicher der Fall – manchmal droht aber das Hauptmotiv von Nebenmotiven beziehungsweise anderen Objekten abgelenkt zu werden. In den nachfolgenden Abschnitten werden daher einige Richtlinien genannt, wie man das Hauptmotiv anordnen kann, damit es als zentraler Bestandteil des Photos auch wahrgenommen wird.
Einige Tipps seien hier bereits vorweggenommen (werden später aber noch ausführlicher erläutert):
  • Störende Elemente können durch eine andere Perspektive oder durch Zoom ausgeblendet werden. Hier ist es oft sinnvoll, den Standort zu wechseln und zu prüfen, ob das Motiv nicht von einer anderen Position viel besser wirkt.
  • Ein unruhiger Hintergrund wirkt sehr störend. Eine Möglichkeit wäre es, ihn in Unschärfe versinken zu lassen (kleine Blende, eventuell größere Brennweite).
  • Ist die Störung nur von kurzer Dauer (zum Beispiel ein Bagger, der im Hintergrund durchs Bild fährt), lohnt es sich gegebenenfalls zu warten.
  • Im Zweifelsfall kann man auch auf die digitale Bildbearbeitung hoffen. Lässt sich ein störendes Nebenmotiv nicht verhindern, kann man das Photo erst einmal aufnehmen und versuchen, dieses dann später zu retuschieren.
Wenn mehrere Motive im Bild auftreten, sollte man darauf Wert legen, dass diese einigermaßen sinnvoll angeordnet sind und in dem Bild eine gewisse Ordnung herrscht. Sich überlagernde Motive, die kaum mehr auffallen oder voneinander abgrenzt werden können und das Auge des Betrachters verwirren, sollten stets vermieden werden. Die Redewendung "den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen" sollte daher niemals auf ein Photo zutreffen, es sei denn es ist das bewusste Bestreben des Photographen, ein ausgesprochen chaotisches Bild zu schaffen.
Wenn nicht anders erwähnt, soll im Nachfolgenden von genau einem Motiv ausgegangen werden.

Bildaufbau


Bild aus mehreren Ebenen. Hecke im Vordergrund, wilder Wald im Mittelgrund und Berge und Himmel im Hintergrund.
Oft kann das Bild in Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund eingeteilt werden (manchmal auch nur in Vordergrund und Hintergrund). Das ist vor allem in der Landschaftsphotographie der Fall, jedoch auch in anderen Genres. Das Motiv kann sich dabei überall befinden, meist wird es wohl aber eher im vorderen Bereich des Bildes auftreten. Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund sollten sich dabei stets voneinander abheben. Dies ist bereits der erste Schritt zu einem geordneten Photo und einer sinnvoll gestalteten Komposition.
Die Aufteilung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund erzeugt eine gewisse Tiefenwirkung und sorgt damit für Räumlichkeit. Bei mehreren Motiven kann man ein besonders interessantes und tiefenwirksames Photos erzeugen, wenn sich die Motive in bestimmten Ebenen befinden.

Der Hintergrund

Der Hintergrund spielt mal eine größere, mal eine kleinere Rolle. Da man ein Motiv aber kaum ohne Hintergrund abbilden kann, wird man sich mit ihm bei jeder Aufnahmesituation auseinandersetzen müssen. Ist der Hintergrund unwichtig (zum Beispiel bei Porträts, Sachaufnahmen etc.), dann sollte er so unauffällig wie möglich sein (monotone Farben, verschwommen etc.), auf keinen Fall sollte sich jedoch etwas im Hintergrund befinden, was die Aufmerksamkeit in irgendeiner Form vom Motiv ablenken könnte. Manchmal ist der Hintergrund aber auch von größerer Bedeutung, zum Beispiel in der Landschaftsphotographie. Hier wird ihm dann oft deutlich mehr Platz eingeräumt, das Motiv ist mit unter nur ein kleiner Teil des Photos, das erst zusammen mit dem Hintergrund zu einem beeindruckenden Photo wird.

Aus Papierbögen gebasteltes Lichtzelt.
Wenn kein geeigneter Hintergrund für ein Motiv vorhanden ist, so bieten sich verschiedene Alternativen. Im Freien kann man den Himmel als Hintergrund verwenden, wobei man das Motiv dann von unten (aus der Froschperspektive) photographiert werden muss. Ein blauer Himmel kann dabei einen guten Kontrast zum Motiv aufbauen. Es gibt im Fachhandel auch Hintergründe aus Kunststoff zu kaufen, man kann sie sich aber auch oft aus Karton und Papier selbst anfertigen oder Tischdecken, Bettlaken und andere nützlich scheinende Sachen verwenden.
Das Lichtzelt ist eine Variante, die in der professionellen Photographie eingesetzt wird (meist in der Sach- und Makrophotographie), um verschiedene Objekte zu photographieren. Hierzu wird das entsprechende Objekt in das Lichtzelt gelegt, das eine Öffnung hat, so dass man von außen in das Zelt hineinphotographieren kann. Das Lichtzelt sorgt für einen gleichmäßigen, weißen Hintergrund, den man sonst nur schwer finden würde. Beim Lichtzelt wird oft auch mit geeignet positionierten Lichtquellen wie Lampen und Blitzgeräten gearbeitet, die entweder durch das diffus streuende Lichtzelt das Motiv gleichmäßig erhellen oder gezielt bestimmte Bereiche des Motivs ausleuchten.

Wahl und Darstellung des Motivs

Gibt es nur ein Hauptmotiv, so empfiehlt es sich oft, dieses bildfüllend darzustellen. In solchen Fällen sind Hintergrund und "freie Luft" um das Motiv eher ungeeignet; sie sind typische Laienfehler. Da das Motiv meistens nicht rechteckig wie das Bild ist, bleibt natürlich am Rand immer etwas Hintergrund übrig. Bei diesem ist es dann vorteilhaft, wenn er einfarbig ist oder nur einen langsamen Farbverlauf aufweist, jedoch keine auffällige Strukturierung, die mit dem eigentlichen Motiv um die Aufmerksamkeit konkurrieren würde.
In der professionellen Photographie spielen Details oft eine sehr große Rolle. Während bei Schnappschüssen meist sogenannte Übersichtsphotos (Totale) aufgenommen werden, die nur so von Details wimmeln (zum Beispiel ein Schloss in voller Ansicht mit all seinen Türmchen, Fenstern und Ornamenten), ist die Konzentration auf wesentliche Details oft geeigneter. In einer Bilderserie werden dann zusätzlich zu einer Totalen für den Gesamteindruck auf weiteren Aufnahmen die Details in eigenen Bildern gezeigt. So wird die Aufmerksamkeit des Betrachters mit jedem Bild gezielt auf ein Motiv konzentriert. Dies betrifft häufig die Architekturphotographie (hier wirken kleine Ausschnitte in vielen Fällen deutlich interessanter als das vollständige Gebäude) und die Porträtphotographie (nicht immer ist es sinnvoll, die Person von oben bis unten voll abzubilden).
Die Übersichtsphotos drohen demnach, den Betrachter zu verwirren. Sie bestehen aus so vielen Einzelheiten, dass er möglicherweise nicht genau weiß, was eigentlich Motiv des Photos ist. Die Übersichtsphotos dienen also vorrangig dazu, einen groben Gesamteindruck zu vermitteln, welcher dann durch Detailansichten in weiteren Photos ergänzt wird. Konzentriert man sich dann auf wenig Details oder einen kleinen, signifikanten Ausschnitt, so kann die Wirkung enorm verbessert werden. Zudem ist die Komposition weniger Motive für den Anfänger meist leichter als bei einer Vielzahl von Motiven (die bei Totalen oft automatisch vorhanden sind).

Platzierung des Motivs im Bild


Teilungsverhältnis des Goldenen Schnitts.
Wird das Motiv nicht formatfüllend aufgenommen, ergibt sich automatisch die Frage, wo im Bild man es am besten positioniert.
In der Graphik und Malerei wurde das Motiv oft in der Bildmitte platziert – das ergibt insofern einen Sinn, als die Mitte eines Bildes allgemein als der zentrale, der wichtigste Teil angesehen werden kann. Diese Positionierung betont - sofern vorhanden - formale Strenge und Symmetrie des Motivs. Die zentrale Positionierung kann also eine starke Aussage über das Bildmotiv implizieren. Es gibt zwar Situationen wo dies möglich oder gar empfehlenswert ist, oft wirkt ein Photo mit mittig platziertem Motiv jedoch langweilig oder zu formstreng.
Nicht nur in der Photographie werden Motive daher gern im Goldenen Schnitt platziert, ein Teilungsverhältnis das bereits im Alten Griechenland verwendet wurde (hier insbesondere in der Architektur). Beim Goldenen Schnitt wird eine Strecke s in zwei Teile a, b geteilt, so dass die Gleichung (a:b) = (a+b) : b gilt. Die beiden Abschnitte a, b stehen also im selben Verhältnis wie die beiden Strecken zusammen (die Gesamtstrecke s) zur Seite b. Der Goldene Schnitt ist in mancher Hinsicht interessant, etwa aufgrund besonderer mathematischer Eigenschaften, oder weil einige Pflanzen oder Tiere ebenfalls ein solches Teilungsverhältnis aufweisen, um Strukturen zu bilden.
Beim Goldenen Schnitt haben die beiden Abschnitte ein Längenverhältnis von etwa 62:38 (oder grob 6:4 beziehungsweise 3:2). Ein Bild, das eine Breite von 1000 Pixeln hat, hätte den Goldenen Schnitt also bei 620 Pixeln oder 380 Pixeln (je nach dem ob er nach links oder nach rechts ausgerichtet ist).
Bilder, deren Motive im Goldenen Schnitt angeordnet sind, wirken besonders harmonisch. Meist meint man mit dem Goldenen Schnitt die horizontale Teilung des Bildes; natürlich kann man das Bild aber auch vertikal nach den Regeln des Goldenen Schnitts teilen. Ein Motiv kann sich also sowohl horizontal als auch vertikal im Goldenen Schnitt befinden.

Leipzig, Altes Rathaus. Der Turm befindet sich im Goldenen Schnitt.
Da das Verhältnis 62:38 nicht so einfach abzuschätzen ist, wendet man oft auch die Drittelregel an, welche als Vereinfachung des Goldenen Schnitts gesehen werden kann. Hier wird das Bild einfach gleichmäßig in drei Teile geteilt und das Motiv dann auf einer der Teilungslinien platziert. Das Verhältnis ist dabei rund 67:33 und somit ähnlich dem Goldenen Schnitt. Einige Kameras bieten die Möglichkeit, ein Gitternetz (Hilfslinien) einzublenden, welches die Drittellinien anzeigt. Das kann bei der Komposition eine gute Stütze sein. Um den Goldenen Schnitt zu erreichen, kann man dabei auch gezielt etwas neben diesen Hilfslinien anordnen.
Manchmal ist es sogar angebracht, ein Motiv noch weiter in Richtung Bildrand zu platzieren; es sollte sich dann aber ein weiteres Motiv finden, welches die andere Seite des Bildes ausmacht und somit als eine Art Gegengewicht fungiert.
Hinweis: Durch Beschneiden des Photos kann ein mittig angeordnetes Motiv nachträglich in den Goldenen Schnitt rücken. Mit dem Beschneiden ändert sich aber natürlich auch das aufgenommene Bild sowie verschiedenen Eigenschaften wie Bildformat und Pixelzahl.

Der Bildrand

Egal ob das Motiv mittig, im Goldenen Schnitt oder nahe dem Bildrand angeordnet wird - es sollte stets ein wenig Platz zum Seitenrand gelassen werden. Kein Photo wirkt schlimmer, als bei einem Motiv, das gerade noch so drauf passt. Vor allem, wenn das Motiv im Verhältnis zum Gesamtbild recht klein ist (und damit eine große, freie Fläche im Rest des Bildes entsteht), wirken solche Photos meist äußerst unästhetisch.
Alternativ kann man manchmal auch das Motiv gezielt anschneiden, also einen weniger wichtigen Randbereich einfach weglassen. Auch da sollte der weggelassene Teil nicht zu klein bemessen sein, um nicht irritierend zu wirken. Bei Portraits könnte man etwa in Blickrichtung etwas Raum freilassen, aber den Hinterkopf anschneiden. Jedenfalls ist das bildwirksam gute Anschneiden des Motivs tendenziell etwas schwieriger, als pauschal etwas Platz zu lassen, dann eben bei Lebenwesen in Blickrichtung eher etwas mehr Platz als in andere Richtungen.
Anders sieht es mit Nebenmotiven und Beiwerk aus. Hier passiert es oft, dass diese sich am Rand befinden und schlicht weg über den Rand hinausgehen. Das ist völlig normal und lässt sich für gewöhnlich nicht weiter ändern (es sei denn man geht weiter zurück, aber dann werden andere Dinge wieder ins Bild ragen und so weiter); es gibt jedoch eine Regel, die man beachten sollte: Entweder ein bestimmtes Objekt wird klar und deutlich angerissen (befindet sich also noch ein gutes bisschen mit auf dem Photo), oder es wird überhaupt nicht angerissen (ist also auf dem Photo nicht zu sehen). Ein am Bildrand parkendes Auto sollte also entweder zu einem guten Teil im Bild sichtbar sein oder gar nicht - eine Ecke, die noch ins Bild ragt, wirkt unschön. Wenn auch ein im größeren Maße angerissenes Objekt das Photo trübt, kann es sinnvoll sein, die Perspektive leicht zu ändern und dieses somit auszublenden.

Dreieckskomposition

Eine interessante Anordnung von Motiven stellt die Dreieckskomposition dar. Hier besteht das Bild aus drei Motiven, die in Dreiecksform dargestellt werden. Anders als beim Goldenen Schnitt, bietet es sich dabei oftmals an, die Motive mittig im Bild zu platzieren und dieses möglichst voll auszufüllen.
Ein Dreieck wirkt ausgeglichen, stabil und harmonisch. Die Dreieckskomposition wurde vor allem in der Malerei der Renaissance angewendet, aber auch in der Photographie ist sie ein interessantes Stilmittel.

Lichtverhältnisse

Lichtrichtung

Es scheint oft ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, bei Sonnenlicht mit der Sonne im Rücken zu photographieren (Vorderlicht). Die korrekte Belichtung ist hierbei im Grunde am einfachsten, die Farben wirken kräftig und neutral. Ein Problem ist jedoch, dass dem Bild eines fehlt: Schatten. Die Schatten fallen in dieselbe Richtung, in die photographiert wird und alles liegt im grellen Sonnenlicht. Dadurch kann das Photo unnatürlich wirken, da Schatten ein wesentlicher Teil unserer Welt sind und auch für einen gewissen dreidimensionalen Eindruck sorgen. Wenn alles gleichmäßig im Sonnenlicht liegt, wirkt das Photo zudem weniger kontrastreich, da dann vermutlich nur helle, kräftige Farben dominieren. Besonders bei Aufnahmen mit tiefstehender Lichtquelle (Sonnenaufgang und Sonnenuntergang etwa) und auch bei Aufnahmen mit Superweitwinkelobjektive oder Fischaugenobjektiven ergibt sich ein weiteres Problem dadurch, dass der Schatten des Photographen selbst recht schnell im Bild erscheint, was zumeist unerwünscht sein wird. Auch wenn andere Objekte hinter dem Photographen einen Schatten ins Bild werden, aber selbst nicht sichtbar sind, wird dies meist unerwünscht sein.
Neben dem Vorderlicht gibt es auch Seitenlicht, Steiflicht und Gegenlicht, die oft deutlich interessantere Aufnahmen bringen.
Im Seitenlicht (Licht aus circa 20 .. 80°) fallen die Schatten zur Seite und werden deutlich im Bild sichtbar; da sie schräg hinter das Motiv fallen, erzeugen die Schatten auf diese Weise Räumlichkeit. Es entsteht ein Spiel aus Licht und Schatten, das Bild wird plötzlich kontrastreich und spannend. Gleichzeitig ist die Belichtung bei Seitenlicht noch einigermaßen einfach. Das Seitenlicht wird daher auch als universelle Lichtrichtung gesehen.

Streiflicht - Anders als bei Vorderlicht macht es Konturen besonders deutlich.
Im Streiflicht fällt das Licht direkt von der Seite (Licht aus circa 80 .. 100°) auf das Motiv. Streiflicht eignet sich vor allem, um Konturen in einer Fläche darzustellen. Porträts, die im Seitenlicht photographiert werden, wirken somit besonders plastisch.
Im Gegenlicht (Licht aus mehr als 100°, das heißt von vorn, vorn-links oder vorn-rechts) entstehen die größten Kontraste, gleichzeitig verblassen die Farben und der Farbumfang vermindert sich. Hier versagt die vollautomatische Belichtung oft und ein manuelles Einstellen wird notwendig – das ist nicht immer leicht und auch nicht immer sinnvoll. Das Gegenlicht kann aber mit die interessantesten Bilder ergeben, die durch das Spielen mit dem Licht oft schon von ganz allein einen recht eigenen, künstlerischen Charakter erlangen. Helle, diffus streuende Objekte wie Häuserwände oder extra aufgestellte Reflektoren können helfen, die Schatten aufzuhellen und damit trotz Gegenlichtstimmung Details im Dunklen noch deutlich sichtbar zu machen, indem der Kontrast auf ein Maß reduziert wird, welches mit den Möglichkeiten der Kamera noch verträglich ist. Eine Belichtungsreihe kann zudem bei der Nachbearbeitung verrechnet werden, um sowohl helle Bildpartien als auch dunkle mit ausreichend Struktur zu versehen.
Bei Aufnahmen mit Superweitwinkelobjektiven oder Fischaugenobjektiven ist die Lichtquelle wie die Sonne folglich oft mit im Bild, was interessant sein kann, aber auch die Belichtungsautomatik verwirren kann, besonders wenn die Belichtungsmessung einfach oder mittenbetont über das gesamte Bild gemittelt wird.

Lichthöhe

Nicht nur die Lichtrichtung, auch die Lichthöhe ist für ein Photo entscheidend. Tagsüber hat man im Freien oft Oberlicht, das Licht kommt also mehr oder weniger von oben. Bei Sonnenaufgang kommt es aus Kamerahöhe (0°), im Tagesverlauf steigt es dann auf rund 16° zur Wintersonnenwende bis 62° zur Sommersonnenwende (bezogen auf Mitteldeutschland). Je höher die Sonne steigt, umso kürzer werden die Schatten. So gibt es einige enge Gassen, in die das Licht nur in den Sommermonaten einfällt (und auch dann nur zur Mittagszeit).
Licht, das von oben kommt, erzeugt bei Porträts Schatten unter Nase und Kinn und ist daher nicht besonders geeignet. Hier wird gern Unterlicht verwendet (Licht kommt von einer Position unterhalb der Kamera), was jedoch nur mit entsprechenden Lampen oder Blitzgeräten realisiert werden kann. Diese können natürlich auch so eingesetzt werden, dass sie nur die unerwünschten Schatten aufhellen. Unterlicht wirkt meist unnatürlich, kann das Motiv aber in besonderer Weise betonen (zum Beispiel sieht man in Ausstellungen und Museen oft, dass Objekte von unten angestrahlt werden).

Das Licht im Verlauf des Tages


Hartes Licht (Skizze).
Wie im Abschnitt über den Weißabgleich bereits beschrieben, herrschen zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedliche Lichtverhältnisse und unterschiedliche Farbtemperaturen. Auge und Gehirn nehmen diese kaum wahr und passen den Farbeindruck an, die Kamera muss hingegen an die Lichtverhältnisse angepasst werden.
Allgemein gilt:
  • In der Morgendämmerung und Abenddämmerung überwiegen rote und gelbe Töne (warme Farben), da das Sonnenlicht einen weiteren Weg durch die Atmosphäre zurücklegt. Besonders das blaue Licht wird auf dem weiten Weg durch die Atmosphäre zum großen Anteil herausgetreut. Das Bild wirkt ruhig und harmonisch.
  • In der Mittagszeit wirkt das Bild grell und blaue Töne stellen sich ein.

Diffuses Licht (Skizze).
Das direkte Sonnenlicht, das an wolkenlosen Tagen vorherrscht, wird auch als hartes Licht bezeichnet. Es sorgt für ausgeprägte Schatten und hohe Kontraste. Je stärker der Bewölkungsgrad ist, umso "weicher" wird das Licht. Die Wolken streuen das Licht also und dienen als ausgedehnte Lichtquelle. Man bezeichnet es auch als diffuses Licht (beziehungsweise weiches Licht). Weiches Licht erzeugt sanftere Photos, da Schatten weniger auffallen (sie wirken heller und die Ränder sind unschärfer) oder gar ganz verschwinden. Der Kontrast geht etwas zurück. Bei Porträtaufnahmen, Sachaufnahmen und Stillleben ist beispielswise weiches Licht meist bevorzugt. Die Aufnahme wirkt sanfter als bei direkter Belichtung mit starken Schatten. Weiches Licht wird also ereicht, wenn die Winkelausdehnung der Lichtquelle viel größer als der Aufnahmewinkel ist, Licht also aus vielen Richtungen auf das Motiv fällt.

Hartes Licht in der Mittagssonne.
Übrigens: Auch an hellen Sommertagen kann man mit diffusen Licht arbeiten. Hierzu braucht man lediglich einen schattigen Ort aufsuchen - das Licht ist dort ähnlich weich wie an einem bewölkten Tag, das Licht im Schatten zerstreut ist und damit seinen weichen Charakter erhält.
Das Mittagslicht wird von vielen Photographen gemieden. So bieten sich Landschaftsphotos oft in der Morgen- oder Abenddämmerung an. Das harte Licht der Mittagssonne mit seinen starken Schatten ist hier oft störend. Da in den Schatten Details verlorengehen, sind auch Porträtaufnahmen in der Mittagssonne ungünstig – hier sollten schattige Plätze aufgesucht werden.
Es gibt aber auch einige Situationen, wo Mittagslicht günstig ist. Das betrifft zum Beispiel Straßenaufnahmen, wo das Sonnenlicht möglicherweise nur zur Mittagszeit in die enge Straße einfällt. Wann immer Konturen herausgearbeitet werden sollen, zum Beispiel um Muster in der Landschaft oder Reliefs oder Gravuren in einer Fassade hervorzuheben, ist das (harte) Mittagslicht ebenfalls geeignet (sofern es aus der richtigen Richtung auf das Motiv trifft).

Arbeiten mit Schatten und Spiegelung

Die Schatten, die Gegenstände und Personen bei Sonnenlicht werfen, besitzen einen besonderen Reiz in der Photographie. Sie können Räumlichkeit und Tiefe ausdrücken, sie können manchmal sogar interessanter als das eigentliche Hauptmotiv sein, da Schatten eine starke Abstraktion des Motivs darstellen – Konturen und farbliche Abstufungen gehen fast vollständig verloren, das Motiv erhält in seinem Schatten einen ganz anderen, stark abstrahierten Charakter.
Ist die Lichtquelle klein oder weit entfernt, der Beleuchtungswinkel also klein, so wirken die Schatten dunkel und haben scharfe Ränder (zum Beispiel in der Mittagssonne). Ist die Lichtquelle nah und ausgedehnt (zum Beispiel Aufnahme nahe einer Lampe und einem großen Reflektor), so wirken die Schatten heller und die Ränder sind verschwommener. Bei Innenaufnahmen und Porträtaufnahmen kann man hier einmal bewusst mit einigen Photolampen experimentieren (wenn man keine zur Hand hat, funktionieren natürlich auch alle anderen Lichtquellen).
Schatten sollten sich, genauso wie Motive im Photo, nicht zu sehr überkreuzen, da dies das Photo ungeordnet und chaotisch erscheinen lassen kann. Allerdings kann man mit sich überkreuzenden Schatten auch interessante Muster in ein Photo bringen - hat man es also mit sich überkreuzenden Schatten zu tun, muss man individuell entscheiden, ob die Schatten das Bild eher aufwerten oder abwerten.
Spiegelungen können einen ebenso interessanten Effekt bewirken und vor allem an Seen und Teichen beobachtet werden, jedoch auch in Glasscheiben oder auf nassem Asphalt, beispielsweise nach starkem Regenfall. Eine symmetrische Anordnung wirkt dabei oft harmonisch, in verschiedenen Fällen lässt sich mittels Spiegelungen auch ein sehr abstraktes Bild erzeugen.

Führende Linien

Einleitung

Das menschliche Auge ist von Natur aus darauf ausgelegt, in Bildern bestimmte Strukturen und Muster zu erkennen. Führende Linien (Führungslinien, Diagonalen) sind ein wesentliches Mittel, um Struktur in ein Bild zu bringen. Dabei ist es besonders gut, wenn die Linien den Blick des Betrachters zum Hauptmotiv lenken. Solche Linien heißen dann auch Fluchtlinien. Für gewöhnlich treffen sie am oder beim Hauptmotiv zusammen. Dieser Punkt wird als Fluchtpunkt bezeichnet. Das Auge des Betrachters "flüchtet" dank der Linien zu diesem Ort. Das Einsetzen solcher Linien erzeugt eine Linearperspektive, das heißt Räumlichkeit entsteht auf Grund von Linien.
Besonders gut eignen sich hierbei Straßen, Hecken, Zäune, Mauern/Mauerkanten, Hauswände, Alleen, Stromleitungen etc. Es gibt jedoch auch immaterielle Linien wie zum Beispiel die Blickrichtung einer Person, die den Betrachter veranlasst, in dieselbe Richtung zu schauen. Auch Schatten sind ein beliebtes Mittel, um Struktur und Räumlichkeit in ein Bild zu bringen.

Diagonalen


Führungslinien: Die durch Bäume und vor allem den Teich entstehenden Linien führen den Blick des Betrachters automatisch zum Hauptmotiv, dem Lincoln Memorial in Washington.
Diagonalen, also Linien, die nicht senkrecht und nicht waagerecht verlaufen, bringen besonders viel Spannung in ein Bild und sorgen dafür, dass es besonders räumlich wirkt. Wirkt ein Bild flach und zweidimensional, fehlen meist die Diagonalen; wirkt es in die Tiefe gehend, sorgen Diagonalen hingegen oft für diesen visuellen Effekt. Diagonalen lassen sich meist durch einen leichten Perspektivwechsel erzeugen, sofern sie nicht in der ursprünglichen Perspektive bereits vorhanden sind. So bietet es sich häufig an, ein Gebäude oder Motiv leicht von der Seite zu photographieren, damit Diagonalen entstehen, statt frontal. Das Auge des Betrachters wird in der Regel den Diagonalen und Linien folgen und das Bild erhält einen plastischen Ausdruck. Das seitliche Abbilden von Motiven hat zudem den Vorteil, das Strukturen besser sichtbar werden. Frontale Aufnahmen werden hingegen gern für dokumentarische Photographien und Sachaufnahmen gemacht.
Die Wirkung von Diagonalen wird umso größer, je geringer die Brennweite ist. Im Weitwinkel ergibt sich damit ein besonders starker räumlicher Effekt. Parallel verlaufende Linien scheinen dabei im Horizont zu verschmelzen und bilden damit den bereits erwähnten Fluchtpunkt.
In einem Photo kann es grundsätzlich zwei Arten von Diagonalen geben:
  • Aufsteigende Diagonalen: Verlaufen von links unten nach rechts oben.
  • Absteigende Diagonalen: Verlaufen von links oben nach rechts unten.

Es wird den aufsteigenden Diagonalen nachgesagt, sie würden Freude und Optimismus ausdrücken, während die absteigenden Diagonalen eher Pessimismus ausdrücken. Allgemein scheint es oft, dass die aufsteigenden Diagonalen tatsächlich ein ästhetisch schöneres Bild schaffen - am Ende bleibt es aber Geschmackssache des Betrachters. Zudem kann auch hier wenigstens bei geeignetem Motiv wieder auf die digitale Bildbearbeitung zurückgegriffen werden - Spiegelung kann aus einem Bild mit absteigender Diagonale ein Bild mit aufsteigender Diagonale machen und umgekehrt.

Andere Linien

Neben Diagonalen gibt es noch Waagerechte und Senkrechte als bekannte Linienarten. Waagerechte sind mehr oder weniger horizontal verlaufende Linien. Sie drücken vor allem Ruhe und Ausgeglichenheit aus. Senkrechte sind hingegen vertikal verlaufende Linien. Sie können Nähe ausdrücken.
Waagerechte und Senkrechte bieten sich auch an, ein Bild räumlich zu teilen. Die Teilung sollte dann aber nicht mittig geschehen, sondern wieder in der Nähe des Goldenen Schnitts.

Alternativen zu Führungslinien

Weitere Mittel, um die Aufmerksamkeit auf das Motiv zu lenken, sind farbliche Gestaltungen und sich daraus ergebende Kontraste. In Ergänzung zu Führungslinien (oder als Alternative) kann somit ein farblich stark auffallendes Motiv ebenso den Blick des Betrachters auf sich lenken.

Kreise

Im Gegensatz zu Diagonalen bewirken Kreise (zum Beispiel Hüte, runde Sonnenschirme, runde Gebäude) und geschwungene Linien einen harmonischen Ausdruck. Auch auf diese Weise lassen sich interessante Photos aufnehmen, zumal Diagonalen und geschwungene Linien in einem Bild auch grundsätzlich nebeneinander eingesetzt werden können.

Perspektive

Grundlagen

Unter Perspektive versteht man, aus welchem Blickwinkel ein Motiv aufgenommen wird. Die Perspektive ist also vom Standort des Photographen abhängig, genauer, vom Standort der Kamera. Ändert man den Standort oder die Ausrichtung der Kamera (nach oben/unten/links/rechts neigen), ändert sich automatisch die Perspektive.
Die Perspektive ist nicht mit der Änderung der Brennweite (Zoom) zu verwechseln, welche keine Perspektivänderung bewirkt, sondern lediglich den Bildausschnitt erweitert oder reduziert.
Ungeübte Photographen ändern in vielen Fällen die Brennweite, um ihr Motiv im Bild anzuordnen. Deutlich mehr Möglichkeiten bieten sich jedoch, indem man verschiedene Perspektiven ausprobiert. Erst danach kann man den Zoom verwenden, um eine Feinanpassung zu ermöglichen (zum Beispiel um das Motiv etwas näher heranzuholen etc.). Geübte Photographen nehmen sich daher oft besonders viel Zeit, die für sie optimale Perspektive zu bestimmen. Natürlich heißt es hierbei: Ausprobieren. Das heißt, man sollte einmal in Ruhe um das Motiv gehen, es aus verschiedenen Entfernungen und, wenn möglich, verschiedenen Höhen betrachten und auf diese Weise gute Aufnahmepositionen finden.

Anordnung des Motivs

Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass es dennoch einen Zusammenhang zwischen Perspektive und Zoom gibt: Nähert man sich einem Motiv von seiner ursprünglichen Position, so ähnelt diese Perspektivänderung etwas dem Zoom, falls man sich auf der optischen Achse bewegt. Ein Baum auf einer Wiese kann beispielsweise aus 300 Meter Entfernung mit 350 mm Brennweite fotografiert werden oder aus 30 Meter Entfernung mit 35 mm Brennweite. In beiden Fällen erscheint das Motiv gleich groß – einmal im Weitwinkel und einmal im Super-Telewinkel. Die Bildwirkung ist aber deutlich verschieden. Im ersten Fall bewirkt man zumeist geringe Schärfentiefe und schrumpfende Distanzen (der Baum rückt näher an den Hintergrund, von dem viel weniger dargestellt wird als beim Bild mit dem Weitwinkel). Im zweiten Fall bewirkt man zumeist ein hohes Maß an Schärfentiefe und große Distanzwirkung (der Abstand zwischen Baum und Hintergrund wirkt größer und es wird viel vom Hintergrund dargestellt).
Möchte man ein Motiv groß darstellen und viel vom Hintergrund abbilden wollen, sollte man somit nah an das Motiv herangehen und ein Weitwinkelobjektiv verwenden. Möchte man es klein darstellen und mit viel Hintergrund, geht man weiter weg. Möchte man es groß und mit wenig erkennbarem Hintergrund darstellen, verwendet dann größere Brennweiten mit größerem Aufnahmeabstand. Wird das Motiv gleichgroß dargestellt, ergibt sich allerdings nur ein Unterschied im Bild, wenn sich etwas im Hintergrund befindet, was dann als Bezugspunkt fungiert.
Man kann ein Motiv auch isoliert darstellen. Hierzu entfernt man sich von dem Motiv, verwendet aber dennoch kleine Brennweiten. Das Motiv nimmt dann nur einen kleinen Teil des Bildes ein und wirkt klein und einsam - natürlich nur, solange Strukturen in der Umgebung das Motiv nicht dominieren. Das bietet sich vor allem im Freien an (Landschaftsphotographie), hat jedoch den Nachteil, dass Details am Motiv nicht mehr zu erkennen sind - die isolierte Darstellung des Motivs sollte daher eher in Ausnahmefällen durchgeführt werden.

Vertikale Perspektiven


Skizze in Zentralperspektive.
Vertikal gesehen unterscheidet man drei (Haupt-) Perspektiven:
  • Zentralperspektive
  • Froschperspektive
  • Vogelperspektive

Die Zentralperspektive ist die "klassische" Perspektive, die in den meisten Fällen angewendet wird. Hierbei wird die Kamera in Augenhöhe des Photographen, beziehungsweise vertikal mittig zum Motiv gehalten und einigermaßen gerade gehalten, das heißt nicht nach oben oder unten geneigt. Mit der Zentralperspektive kann man ein Abbild des Motivs erzeugen, das zweidimensional ist, aber immer noch dreidimensional wirkt. Im Raum verlaufende Parallelen treffen dabei scheinbar in einem Fluchtpunkt zusammen.
Bei der konsequent angewendeten Zentralperspektive ist der Horizont (sofern im Bild vorhanden) genau in der Mitte des Bildes, das heißt, es werden Land und Himmel zu gleichen Teilen abgebildet. Alle Objekte, die gerade empor ragen (Bäume, Gebäude, Straßenlaternen etc.) verlaufen in dem Bild parallel zum Seitenrand - in den anderen Perspektiven ist dies nicht der Fall.

Froschperspektive.
Bei der Froschperspektive (auch: Untersicht, englisch: 'Low Angle') photographiert man von unten nach oben, oft auch aus sitzender oder liegender Haltung. Die Kamera wird also recht steil nach oben gehalten. Dies ist vor allem aus der Architekturphotographie bekannt, um sehr hohe Gebäude (Wolkenkratzer etc.) bei Platzmangel abbilden zu können. Die Froschperspektive liefert jedoch eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten. Ein wesentliches Merkmal ist, dass man mit der Froschperspektive Größe darstellen kann. In dieser Perspektive aufgenommene Motive wirken unwahrscheinlich groß, der Betrachter hingegen hat den Eindruck, er sei unverhältnismäßig klein. So lässt sich die Froschperspektive auch in vielen anderen Gebieten, zum Beispiel bei Nahaufnahmen anwenden. Photographiert man Blumen aus der Froschperspektive, wobei man sich hierbei meist direkt zu Boden legen sollte, können diese sehr groß wirken. Auch in alltäglichen Situationen, zum Beispiel im Wohnzimmer, kann man diese Perspektive einmal ausprobieren – die Welt erscheint dann etwa aus Kinderaugen. Eine besondere dramaturgische Wirkung der Froschperspektive ist daher in der Kunst auch Unterdrückung, Schwäche, Erniedrigung.

Vogelperspektive.
Die Vogelperspektive (auch: Vogelschau) ist der umgekehrte Fall. Hier wird die Kamera nach unten gerichtet, das Motiv wird normalerweise oberhalb der Augenhöhe aufgenommen. Für die Vogelperspektive benötigt man örtliche Gegebenheiten, die nicht immer vorhanden sind. Möglich sind beispielsweise ein Aussichtsturm, Hügel oder Berg, hohes Gebäude, erhöhter Punkt in einem Saal (zum Beispiel Podium) etc. Luftbilder, die von Flugzeugen oder Ballons aufgenommen werden, sind dabei wohl die bekanntesten Beispiele für Photos aus der Vogelperspektive. Im Gegensatz zur Froschperspektive bewirkt die Vogelperspektive, dass die abgebildeten Objekte (Menschen, Häuser, Straßen, Bäume etc.) unverhältnismäßig klein wirken. Die Aussage ist somit oft Größe, Macht, Erhabenheit.

Weitere Perspektiven

Man unterscheidet unabhängig zu den bereits vorgestellten Perspektiven noch die Luftperspektive und Farbperspektive.
Die Luftperspektive entsteht auf große Entfernung hin, wobei das Bild zum Hintergrund allmählich weniger kontrastreich und heller wird. Auf diese Weise entsteht ein räumlicher Eindruck. Die Luftperspektive entsteht im Grunde automatisch, das heißt ohne Dazutun des Photographen. Allerdings funktioniert sie nur auf weite Distanzen, wie beispielweise in der Landschaftsphotographie.
Bei der Farbperspektive sorgen die Farben für Tiefe und räumliche Wirkung. Dies gelingt vor allem, wenn im Vordergrund warme Farbtöne dominieren (zum Beispiel rot, gelb, orange, braun) und im Hintergrund kältere Töne (zum Beispiel Blau).

Konturen, Strukturen und Kontraste

Konturen sind ein wichtiges Gestaltungsmittel in der Photographie. Als Konturen bezeichnet man den Umriss (auch: Silhouette) eines Bildelements. Dieses entsteht durch deutliche Farbübergänge (zum Beispiel von gelb nach rot) auf sehr engem Raum. In der Malerei werden Konturen oft verstärkt, indem man den Umriss des Elements mit einer schwarzen Linie nachmalt. In diesem Fall wäre der Abstand zwischen gelb und schwarz sowie rot und schwarz sehr groß und das Element sticht förmlich aus dem Bild heraus. Konturen sind also ein wichtiges Mittel für ein kontrastreiches Bild.
Konturen entstehen beim Aufnehmen eines Bildes meist automatisch. An Kanten beziehungsweise scharfen Gegenständen sind sie stark – die Farbübergänge sind extrem und dies auf sehr engem Raum. Bei runden Gegenständen sind sie hingegen gering – die Farben ändern sich allmählich mit der Rundung des Gegenstandes. Innerhalb des Bildelements (das heißt innerhalb der Konturen) sorgen also Farbübergänge ebenfalls für Räumlichkeit. Eine Apfel, der nur in genau einer Farbe dargestellt wird, wirkt zweidimensional, auch wenn er sich durch seine Konturen gut vom Hintergrund abhebt – erst durch Farbübergänge, die durch die Beleuchtung des Apfels und die entstehenden Schatten (egal wie stark sie auch sein mögen) auftreten, wirkt er plastisch und Strukturen werden sichtbar.
Strukturen sind Muster innerhalb des Bildelements, die ebenso für Tiefe, Räumlichkeit und Kontrast sorgen. Strukturen werden besonders hervorgehoben, wenn das Licht von der Seite auf das Element fällt (Streiflicht). Hartes Licht verstärkt diesen Effekt, weiches Licht hingegen führt dazu, dass die Strukturen weniger sichtbar werden.

Bewegung


Photo, das Bewegung ausdrückt. Es wirkt unscharf, aber ein scharfes Abbild der Windmühle würde nicht mehr erkennen lassen, ob sie sich zum Zeitpunkt der Aufnahme drehte oder nicht.
Photographie ist das Festhalten eines kurzen Augenblicks. Das Motiv kann sich bei der Aufnahme in Bewegung befinden oder nicht. Ist es in Bewegung, zum Beispiel ein fahrender Zug, ein Sprinter, ein fliegender Ball, so kann man diese Bewegung in einem Photo ausdrücken oder nicht, je nach dem welche Art von Photo man aufnehmen möchte.
Wenn es nicht darauf ankommt, Bewegung auszudrücken, sondern ein bewegtes Objekt scharf abzubilden, sind sehr kurze Verschlusszeiten beziehungsweise Belichtungszeiten notwendig. Je näher man sich dabei an dem bewegten Objekt befindet und je schneller sich dieses bewegt, umso kürzer muss die Belichtungszeit sein. Letztlich zählt dabei also, über wieviele Pixel sich das Abbild des bewegten Motivs während der Belichtungszeit bewegt. Liegt diese Distanz deutlich unter einem Pixel, ist das Motiv eingefroren, es ist also auf dem Bild kein Artefakt der Bewegung erkennbar.
Bewegt sich das Motiv quer zur Kamera, also innerhalb der Schärfeebene, so ist der Einfluß der Bewegung auf die Schärfe am größten. Eine Bewegung senkrecht dazu ergibt zum einen einen Größenänderung, zum anderen aber auch eine Verlagerung gegenüber der Schärfeebene. Letztere Effekte sind vor allem bei Makroaufnahmen und bei Aufnahmen mit selektiver Schärfe relevant, während diese Effekte bei weiter entfernten Motiven meist nicht auffällig sind.
Bei der schnellen Querbewegungen gibt es bei Kameras mit Schlitzverschluß noch spezielle Effekte bei kurzen Verschlußzeiten. Bewegt sich das Motiv in die gleiche Richtung wie der Schlitzverschluß, erscheint das Objekt verlängert. Bewegt sich das Motiv in die entgegengesetzte Richtung wie der Schlitzverschluß, erscheint das Objekt verkürzt. In anderen Richtungen ergibt sich eine Scherung.

Das Photo wirkt mit ausreichend kurzen Belichtungszeiten scharf, Bewegung lässt sich nur aufgrund des Motivs vermuten, etwa bei einem Rennwagen auf der Rennstrecke. Diese Variante eignet sich, wenn es mehr auf Schärfe als auf Bewegung ankommt, und vor allem, wenn aus dem Bild selbst ersichtlich wird, dass das Motiv in Bewegung ist. Ein fliegender Ball, ein springendes Kind, ein Sprinter etc. wird vom Betrachter automatisch als bewegtes Motiv erkannt. Anders ist es bei Objekten, die auch in Ruhe sein könnten (zum Beipsiel ein auf einer Landstraße fahrendes Auto könnte auch halten). Hier ist es sinnvoll, Bewegung auszudrücken.
Bewegung wird entsprechend mit längeren Belichtungszeiten ausgedrückt (das erfordert meist eine größere Blendenzahl oder geringe ISO-Einstellung). Ein Graufilter ermöglicht auch deutlich längere Belichtungszeiten, wenn bereits die größte Blendenzahl und kleinste Empfindlichkeit eingestellt sind.
Das Mitziehen der Kamera ist eine andere Variante, Bewegung auszudrücken. Hierbei verfolgt man mit der Kamera das sich bewegende Motiv, so dass dieses scharf wird. Ein fahrendes Motorrad könnte beispielsweise aus einem parallel daneben fahrenden Auto photographiert werden. Das Motorrad ist dann scharf (obwohl es fährt), der Hintergrund verschwimmt hingegen. Auf diese Weise erhält man ein scharfes Motiv und dennoch ein Photo, das Bewegung ausdrückt. Bei den Rädern ergibt sich hingegen immer ein Bewegungseffekt, denn beim Abrollen hat offenbar nur die Achse die gleiche Geschwindigkeit wie das Motorrad. Jener Teil, der sich gerade am Boden befindet, bewegt sich relativ zur Straße offenbar gar nicht, der obere Teil des Reifens wiederum bewegt sich doppelt so schnell wie die Achse.
Zum Einfrieren von schnellen Bewegungen reichen indessen die Verschlusszeiten oft nicht aus. Etwas mehr Möglichkeiten bieten hier leistungsstarke Blitzgeräte. Bei gängigen Modellen können damit Belichtungszeiten im Bereich von 20 bis 100 Mikrosekunden erreicht werden.
Wer es noch kürzer braucht, ist allerdings zunehmend auf eine teuere Spezialausrüstung angewiesen. Mit gepulsten Lasern kann man je nach Typ auch kurze Zeiten wie Nanosekunden, Pikosekunden oder sogar Femtosekunden erreichen.

Rahmen

Viele Photos wirken um einiges schöner, wenn sie einen gewissen Rahmen besitzen. Dabei unterscheidet man natürliche Rahmen, also Rahmen die durch die Aufnahme aus einem bestimmten Blickwinkel entstehen, und künstlerische Rahmen, die mit einem Photobearbeitungsprogrammen erzeugt werden können. In diesem Abschnitt stehen natürliche Rahmen im Vordergrund.
Natürliche Rahmen sind in der Architekturphotographie beispielsweise Fenster, Tore, Durchgänge, Korridore etc., während in der Landschaftsphotographie gern zwischen Hecken, Zweigen und Bäumen hindurch photografiert wird. Der Vordergrund sollte dabei möglichst dunkel sein (am besten schwarz) und der Hintergrund (das eigentliche Motiv) in seinen natürlichen Farben erscheinen. Die korrekte Belichtung sollte also unbedingt auf dem Hintergrund liegen; wenn die grünen Blätter im Vordergrund zu dunkel ausfallen ist dies absolut in Ordnung.
Beim Photographieren durch einen Zaun, ein Gitter oder einen Käfig (zum Beispiel bei der Tierphotographie) lässt sich ebenfalls ein interessanter Rahmen schaffen. Befindet sich das Motiv ein gutes Stück dahinter, so kann der Rahmen in Unschärfe verfallen und das Motiv wird besonders hervorgehoben.
Rahmen sind nicht nur ein reizvolles Mittel um das Motiv hervorzuheben, sie erzeugen auch eine Tiefenwirkung. Zudem kann man mit Rahmen manchmal unerwünschte Bildelemente ausblenden.

Farbwahl

Grundlagen

Auf die Farben hat man beim Aufnehmen des Photos zwar oft keinen Einfluss, es ist aber allgemein wichtig, bei der Suche nach Motiven die Farben zu berücksichtigen. Zudem ist es in einigen Genres möglich (zum Beispiel Porträt- und Stilllebenphotographie) stärkeren Einfluss auf die farbliche Gestaltung zu nehmen.
Wie im Kapitel über die Grundlagen der Farblehre bereits berichtet wurde, wirken Komplementärfarben (vor allem gelb/blau) beispielsweise besonders kontrastreich, spannend und intensiv. Wenige farbliche Abstufungen wirken hingegen beruhigend oder melancholisch.

Tonwertumfang

Unter dem Tonwert versteht man die Helligkeit eines Farbtons, der von weiß bis schwarz reichen kann. Der Tonwertumfang bezeichnet dabei den Hell-Dunkel-Kontrast, das heißt die Spanne zwischen hellen und dunklen Tonwerten. Ein großer Tonwertumfang, wie er an sonnigen Tagen durch Licht und Schatten entsteht, wirkt kontrastreich. Der geringe Tonwertumfang an bewölkten oder trüben Tagen sorgt für geringere Kontraste. Hierbei werden insbesondere dunkle und helle Farben vermieden, die Mitteltöne dominieren. Das Bild sorgt in dem Fall gedämpfter und sanfter.
Dominieren nur helle Töne, so spricht man auch von einer High-Key-Aufnahme. Dominieren nur dunkle Töne, so spricht man auch von einer Low-Key-Aufnahme.

Sanfte Farben

Besonders volle Farben (Farben hoher Sättigung) und Mitteltöne können durch ihre starke Wirkung vom Motiv ablenken. Daher ist es beim Photographieren einzelnen Gegenstände und Personen oft ratsam, auf sanfte Farben zu setzen. Dies gelingt für gewöhnlich durch hellere Farben (bis hin zu Pastellfarben) oder durch leichtes Entsättigen. Auch sehr dunkle Farben haben eine beruhigende, gedämpfte Wirkung – anders als helle, freundliche Töne wirken sie aber düster, bedrohlich und geheimnisvoll.
Grelle Farben entstehen bei direkter Belichtung und hartem Licht. Sie können daher mit Seiten, Streif- oder Gegenlicht abgeschwächt werden; bei bewölktem Himmel sorgt das Diffusionslicht zudem für sanftere Töne. Können die genannten Methoden jedoch aus irgendeinem Grund nicht durchgeführt werden, so können auch mit der digitalen Bildbearbeitung Farbänderungen durchgeführt werden. Ein weiteres Mittel um grelle Farben zu vermeiden, ist starkes Über- oder Unterbelichten der Szene, wird aber nicht immer den gewünschten Effekt bringen.
Einen ähnlichen Effekt erzielt man, wenn man statt auf sehr bunte Bilder (großer Farbumfang) auf Bilder mit wenigen Farbtönen setzt. Besteht ein Bild beispielsweise nur aus Rot- und Orangetönen, so wirkt es vielleicht weniger spannend und kontrastreich als ein Photo, das alle Farbtöne vereint, es hat jedoch eine deutlich dezentere, ruhigere und harmonischere Wirkung. Die harmonische Wirkung verstärkt sich, wenn im Farbkreis benachbarte Farben im Bild vorherrschen. In der Malerei wurden etwa Bilder sehr oft in ganz bestimmten, benachbarten Farbtönen geschaffen und es gibt keinen Grund, warum man dies nicht auch in der Photographie ausprobieren sollte.

Grelle Farben

Grelle Farben sorgen für Aufmerksamkeit und ziehen die Blicke des Betrachters fast automatisch auf sich. Je weiter Farben auf dem Farbkreis voneinander entfernt sind, umso stärker ist der Farbkontrast und umso dynamischer und auffälliger ist das Bild. Dieser Effekt wird bei der Verwendung von Komplementärfarben maximiert.
Wie im Kapitel zur Grundlagen der Bildgestaltung schon vorgestellt wurde, muss der Farbkontrast nicht nur aus den beiden Komplementärfarben entstehen. Der Farbdreiklang oder Farbvierklang ist eine geeignete Methode, um starke Farbkontrast zu erzeugen und das Bild durch den gleichen Abstand der Farben gleichzeitg in einem harmonischen Verhältnis zu behalten.

Disharmonische Farben

Manchmal ist es auch interessant, oder aufnahmebedingt nicht vermeidlich, dass eine gewisse Disharmonie in einem Bild herrscht, die auf Grund ungünstiger Farbgestaltung entsteht. Das Bild wirkt dann unruhig, chaotisch, verwirrend oder abstoßend.
Disharmonie entsteht vor allem, wenn sehr viele Farben in einem Bild ohne rechte Ordnung auftreten. Vor allem Farben, die ungleichmäßig voneinander auf dem Farbkreis entfernt sind (zum Beispiel rot, orange, grün) wirken unharmonisch und widersprechen dem Farbklang. Zu viele unterschiedliche Farben auf engem Raum bewirken im Grunde denselben Effekt. Eine solche Farbgestaltung kann aber bewusst vorgenommen werden, um die genannten Effekte beim Betrachter auszulösen. Ein Schilderwald, der aus Schildern unterschiedlichster Farbe besteht, wird wahrscheinlich schon rein farblich zur Disharmonie führen – und damit die Wirkung des Chaos verstärken.

Das Rot

Rot ist die Farbe mit der stärksten Intensität und wirkt oft als echter "Hingucker". Um in ein vielleicht eher langweiliges Bild Spannung zu bringen, reicht es oft bereits aus, ein kleines bisschen rot einzubringen. Das kann beispielweise durch einen roten Ball bewirkt werden, ein rotes Fahrzeug etc. Gleichzeitig gilt die Regel "weniger ist mehr" - zu viel Rot beziehungsweise zu viele grelle Farben können schnell vom eigentlichen Bild ablenken. Dies gilt insbesondere, wenn das Rot etwa als Ampel oder Verkehrsschild als störender Hintergrund für ein Motiv auftritt, welches eher aus blassen Grautönen besteht.

'Schwarzweiß'-Photographie

Obwohl heute alle Kameras Photos standardmäßig in Farbe aufnehmen, wird man immer wieder auf Künstler stoßen, die ihre Photos bewusst in Grauwerten aufnehmen oder nachträglich in Grauwerte überführen. Es gibt mehrere Gründe, warum ein Grauwertbild interessanter als ein Farbbild wirken kann:
  • Beim Grauwertbild wird von den Farben abstrahiert und der Betrachter kann somit von den Farben nicht abgelenkt werden. Es konzentriert sich alles auf die Linien, Formen und vor allem Motive des Photos. Möchte man bestimmte Motive oder auch Strukturen (abstrakte Photographie) besonders betonen, können Grauwerte manchmal die bessere Lösung sein.
  • Bei einem bereits aufgenommenen Photo kann es passieren, dass die Farben unschön oder unpassend erscheinen. Im Kapitel über die Grundlagen der Bildgestaltung wurde bereits erläutert, dass es harmonische und disharmonische Farben gibt, in vielen Fällen (Straßenphotographie, Landschaftsphotographie etc.) hat man auf die Farben jedoch keinen Einfluss. Sollte das Bild also farblich misslungen sein, und lässt sich dies auch durch Nachbearbeitung nicht ändern, so kann das Überführen in ein Grauwert-Bild eine gute Alternative sein. Ein farblich nicht zufriedenstellendes Photo muss daher nicht immer sofort verworfen werden.
  • Ein Bildsensor, der nur die Lichtintensität aufnimmt, also nur Grauwerte liefert, kann eine deutlich höhere Empfindlichkeit oder Auflösung haben als ein Farbbildsensor. Damit können also Lichtsituationen gemeistert werden, die mit einem Farbsensor nicht zugänglich sind.
  • Es soll gezielt ein Eindruck von alt, seriös oder konservativ hervorgerufen werden. Bunte Farben wären da nur kontraproduktiv.
  • Soll zum Beispiel mit Filtern nur ein bestimmter enger Bereich des Spektrums aufgenommen werden, ist die Farbinformation redundant und ein Bildsensor, der nur die Lichtintensität aufnimmt ist in Kombination mit solchen Filtern die bessere Wahl.
Es gibt einige Genres, wo man Grauwertbilder relativ häufig antrifft. Dazu gehören vor allem Straßenphotographie und Abstrakte Photographie, weiterhin aber auch Architektur-, Stillleben-, Erotik- und Porträtphotographie. Trotzdem sollte man Grauwert-Aufnahmen eher dezent anfertigen, das heißt nur dann, wenn es notwendig beziehungsweise sinnvoll erscheint; Grauwerte sind nicht immer das Allheilmittel für gelungene Photos.

Landschaftsphotographie

Grundlagen


Herbstlandschaft
Die Landschaftsphotographie beschäftigt sich mit der Abbildung der belebten und unbelebten Umwelt des Menschen. Bilder der Landschaftphotographie sollen damit klassischerweise die Umwelt naturgemäß wiedergeben, wobei es oft das Anliegen ist, die Schönheit einer Landschaft darzustellen (zum Beispiel einen Garten oder Park im Frühling, herbstlich gefärbte Wälder, goldene Felder, einen Wasserfall in den Tropen etc.). Ebenso können jedoch auch soziale Aspekte mit einfließen, wie beispielsweise durch eine Naturkatastrophe oder durch Krieg verwüstete Landstriche. Die Landschaftsphotographie kann grundsätzlich auch von Menschen geschaffene Objekte enthalten (zum Beispiel Gebäude, Verkehrswege, Stromleitungen, Boote etc.), der Fokus liegt meist aber auf den landschaftlichen Aspekten.
Landschaften erhalten ihren besonderen Reiz vor allem dadurch, dass sie je nach Wetter, Tageszeit und Jahreszeit völlig verschieden erscheinen können. Eine großartige Landschaft kann bereits wenige Minuten später langweilig wirken und über die Jahreszeiten hinweg immer wieder ihr Gesicht ändern. Der geeignete Moment spielt somit oft eine große Rolle, und als Landschaftsphotograph sollte man auf Ausflügen und Reisen stets seine Kamera dabei haben. Nicht wenige, die einst eine atemberaubende Landschaft photographieren wollten, kamen zu einem anderen Zeitpunkt wieder und waren bitter enttäuscht als sie bemerkten, dass der gesamte Zauber vorbei war.

Allgemeine Aspekte

Motivsuche


Landschaftsphoto ohne klar erkennbares Hauptmotiv. Es hat dennoch seinen eigenen, ausgefallenen Charme.
Vor allem in der Landschaftsphotographie kommt es manchmal vor, dass sich scheinbar kein Motiv findet. Das kann beispielsweise am Meer oder an einer großen Wiese der Fall sein. Am Ende hat der Photograph aber auch immer die Möglichkeit, sich selbst in irgendeiner Form auf dem Photo unterzubringen, vorausgesetzt ein Stativ ist vorhanden.
Oft stellt auch der Himmel einen interessant Blickfang dar. Wolken am Himmel, Kondensstreifen, Abendrot – der Himmel kann ebenso zum Hauptmotiv werden, wenn die Landschaft wenig zu bieten hat. Hier wäre es dann sinnvoll, einen Großteil des Bildes dem Himmel zu widmen (siehe später).
Wie im vorangegangen Kapitel bereits erwähnt, muss ein Motiv nicht immer klar abgrenzbar sein. Ein Landschaftsphoto kann auch dann noch interessant sein, wenn sich kein direktes Motiv erkennen lässt (wie beispielsweise bei der rechts abgebildeten Szene). Die Landschaftsphotographie gehört damit zu den wenigen Genres (ähnlich wie die Straßenphotographie), wo nicht zwangsläufig ein konkretes, abgrenzbares Objekt photographiert wird.

Vordergrundgestaltung

Neben dem Finden eines geeigneten Motivs stellt die Gestaltung des Vordergrunds in der Landschaftsphotographie oft ein gewisses Problem dar. Ein Photo wirkt langweilig, wenn der Vordergrund monoton und leer ist, so wie es bei Aufnahmen auf Wiesen oder am Meer oft der Fall ist.
Mit etwas Kreativität kann man aber auch in solchen Situationen einen interessanten Vordergrund gestalten. Es kommt im Grunde alles in Frage, was in der Natur bereits vorhanden ist – eine Hecke, ein Zaun, eine Sitzbank, ein Gebäudevorsprung, Schatten, Zweige von Bäumen, Fahrradständer und vieles mehr. Manchmal hat man vielleicht auch etwas dabei, womit man den Vordergrund füllen kann, zum Beispiel Wanderrucksack oder Picknickkorb. Als Photograph hat man de facto unbegrenzte Möglichkeiten und wird im Grunde erst auf diese Weise ein besonderes Photo schaffen.
In manchen Fällen kann auch ein leerer Vordergrund interessant sein, wenn er durch besondere Formen oder Farben heraussticht. In diesem Fall ist das Verwenden eines Motivs im Vordergrund nicht unbedingt nötig. Eine leere, grüne Wiese scheint oft langweilig - ein goldgelbes, geschwungenes Kornfeld kann das Bild hingegen bereits deutlich spannender machen, allein durch Form und Farbe.
Beliebt sind vor allem auch Aufnahmen durch Zweige hindurch, die dem Bild dann einen gewissen Rahmen verleihen.

Tiefe erzeugen

In der Landschaftsphotographie sind zwei Punkte relativ wichtig: Das Photo sollte Tiefe zeigen und Größenverhältnisse sollten deutlich werden. Tiefe kann man, wie schon beschrieben, mittels Diagonalen erzeugen. Um das Größenverhältnis verschiedener Objekte (zum Beispiel eines Felsens etc.) darzustellen, bietet es sich an, Nebenmotive in dem Photo zu verwenden, deren Größe dem Betrachter bekannt sind. Personen sind hierbei ein beliebtes Mittel, aber auch Gebäude, Fahrzeuge, Tiere etc. Eine saubere Trennung von Vorder-, Mittel- und Hintergrund bewirkt ebenfalls Tiefe.
Eine weitere Möglichkeit Tiefe zu erzeugen, ist, zwei (oder mehr) etwa gleichgroße Objekte schräg hintereinander anzuordnen, zum Beispiel Kürbisse, Personen etc. Die hinteren Objekte wirken dann automatisch kleiner und erzeugen einen Tiefeneindruck. Manchmal ist es auch besonders günstig, wenn sich die Objekte teilweise überlagern, jedoch nur, falls sie dann auch noch gut von einander abgegrenzt werden können. Dieses Mittel, das als Größenabnahme bezeichnet wird, kennt man eigentlich aus der Malerei, kann in der Photographie aber ebenso gut eingesetzt werden.
Durch die Luftperspektive wird das Bild zum Horizont hin weniger kontrastreich und heller. Dadurch verschwimmt der Hintergrund allmählich und es entsteht ebenfalls ein Tiefeneindruck.
Eine weitere Möglichkeit, Tiefe zu erzeugen, ist das Verwenden von Rahmen, so dass der Blick des Betrachters durch den Rahmen auf das Motiv fällt (siehe oben).

Der Horizont


Die Anordnung des Horizonts in der Bildmitte ist ein typischer Laienfehler. In diesem Fall wird mehr als die Hälfte des Bildes an einen monotonen, im Grunde völlig uninteressanten Himmel verschenkt. Zudem wirkt der Horizont leicht schräg.
Ein wesentliches Augenmerk der Landschaftsphotographie ist der Horizont beziehungsweise die Anordnung des Horizonts. Intuitiv wählen viele Photographen dabei einen mittig ausgerichteten Horizont, der das Bild somit in zwei etwa gleichgroße Hälften teilt. Aus gestalterischer Sicht ist dies meist äußerst ungünstig, da das Bild mittig zerteilt wird und nicht klar ist, auf welchen Teil nun der Fokus liegt. Zwar bewirkt ein mittig verlaufender Horizont oft einen recht naturgemäßen Blickwinkel, es besteht dann aber auch die Gefahr, dass eigentlich nicht klar ist, worauf der Schwerpunkt des Bildes gerichtet ist – auf den Himmel oder auf die Landschaft.
Wird der Himmel im oberen Bilddrittel angeordnet, wird die Landschaft hervorgehoben. Sie rückt näher an den Betrachter heran, der Himmel hingegen gerät eher in den Hintergrund. Diese Wahl eignet sich auch dann, wenn der Himmel nicht viel zu bieten hat. Ein monotoner weißer Himmel, der die Hälfte des Bildes einnimmt, wird dieses nicht unbedingt in ein Meisterwerk verwandeln. In den meisten Fällen, wenn der Schwerpunkt eben auf der Landschaft selbst liegen soll, bietet es sich damit an, den Horizont im oberen Bilddrittel anzuordnen.
Ist der Himmel hingegen von besonderem Interesse, zum Beispiel durch interessante Wolkenformen oder Farbverläufe (etwa in der Morgendämmerung), so lohnt es sich auch, den Horizont im unteren Bilddrittel anzuordnen, so dass der Himmel dominiert. Die Landschaft rückt dann weiter weg, das Bild drückt Weite und Unendlichkeit aus. Dies bietet sich wiederum an, wenn die Landschaft eher weniger interessant ist oder ein Motiv für den Vordergrund fehlt.
Eins sollte der Horizont in jedem Fall sein: Er sollte gerade ausgerichtet sein. Bei Stativaufnahmen hilft oft eine Wasserwaage, welche im Stativ integriert ist oder auf die Kamera aufgesteckt werden kann. Einige Kameras haben auch eine entsprechende Anzeige gleich integriert. Auch beim Auslösen der Kamera kann man diese bei Freihandaufnahmen leicht verreißen; es kann dann helfen, den Auslöser erstmal halb durchzudrücken, die Kamera nochmal sorgfältig auszurichten und dann den Auslöser nur noch ganz leicht durchzudrücken. Schon ein leicht schräger Horizont wirkt unnatürlich und laienhaft, kann aber relativ leicht mit einem Bildbearbeitungsprogramm korrigiert werden.
Jedoch keine Regel ohne Ausnahmen: Für besonders ausgefallene Photos bietet es sich manchmal an, den Horizont bewusst schräg zu setzen, möglicherweise sogar extrem schräg (z.B. 30° oder mehr). Hierbei sollte aber dann auch das Motiv entsprechend passen. Kritisch ist die Situation oft, wenn der Horizont wirklich schräg ist, weil die Landschaft eben hügelig ist und der Hügel auf der einen Bildseite etwas höher ist als auf der anderen. Landschaftsgärtner machen ihre Gärten auch gerne absichtlich um ein oder zwei Grad schief, um bestimmte Effekte zu verstärken. Ohne vertikalen Bezugspunkt wird solch eine Aufnahme dann oft auch als schief wahrgenommen, selbst wenn man alles sorgfältig mit einer Wasserwaage ausgerichtet hat.

Jahreszeiten

Grundlagen


Frühlingswiese

Sommer am Strand

Waldweg im Herbst

Windbuchen im Winter
In den gemäßigten Breiten Europas haben wir das Glück, ausgeprägte Jahreszeiten zu besitzen, mit kalten, oft schneereichen Wintern und warmen, sonnigen Sommern. Davon abgesehen, dass sich Wetter und Sonnenbahn in den einzelnen Jahreszeiten deutlich unterscheiden und das Bild einer Landschaft unterschiedlich erscheinen lassen, erhält die Vegetation in jeder Jahreszeit ein anderes Aussehen.
Es gibt damit Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winterlandschaften. Auf Mitteldeutschland (Tiefland) bezogen, ergeben sich etwa folgende Zeiträume, in denen diese Landschaften vorgefunden werden:
  • Frühling: Anfang März bis Mitte Mai
  • Sommer: Mitte Mai bis Anfang September
  • Herbst: Mitte September bis Anfang November
  • Winter: Mitte November bis Ende Februar

Gerade Frühling und Herbst sind, bezogen auf die Erscheinung von Landschaften, relativ kurz. Der Zeitraum zwischen dem die Blätter an den Bäumen farbig werden und dem, wo sie zu Boden fallen, ist oft nur wenige Wochen. Hierbei sollte man günstige Photogelegenheiten (zum Beispiel ein sonniger Herbsttag) auf keinen Fall verpassen. Stellt man dann Mitte November fest, dass einem bislang keine guten Herbstbilder gelungen sind, muss man fast ein Jahr warten, bis man erneut Gelegenheit dazu hat.

Frühling

Im Frühling verwandeln sich kahle Wälder, Parks und Felder wieder in blühende Landschaften. In Frühlingsphotos dominieren meist satte Grüntöne und es kann passieren, dass das Photo farblich etwas monoton wirkt; es gibt aber auch bereits zahlreiche blühende Blumen, die man in das Photo mit einbeziehen kann, um etwas mehr Farbe in das Bild zu bekommen. In vielen Gegenden blühen im späten Frühling zudem endlos erscheinende Rapsfelder, die durch ihr helles Gelb in einzigartiger Weise aus der Landschaft herausragen. Besonders Parks und blühende Wälder sind empfehlenswerte Orte für Frühlingsphotos.
Vor allem im Frühling kommen auch Makrophotographen auf ihre Kosten. Blühende Blumen, aufgehende Blütenblätter, Knospen, die ersten Insekten - zur Frühlingszeit bieten sich nach zahlreiche Gelegenheiten.

Sommer

Im Sommer blüht dann eine Vielzahl von Blumen; Bäume und Sträucher besitzen ihr volles Blätterwerk während die Felder in gelben Tönen erscheinen. Sommerlandschaften erscheinen daher meist automatisch bunter und in weicheren Farben als die saftig grünen Frühlingslandschaften.
Da die Sonne sehr hoch über den Horizont steigt, bietet es sich an, am Morgen oder späten Nachmittag beziehungsweise Abend zu photographieren - in der Mittagssonne ist das Licht sehr hart und wirft kurze Schatten. Andererseits können Photos zur Mittagszeit besonders gut Hitze ausdrücken und damit die Landschaft zu einem typischen Sommerphoto machen.

Herbst

Das größte Farbspektrum bietet jedoch der Herbst mit seinen weichen, warmen Farben. Die Blätter der Bäume werden gelb, orange, rot und braun, zudem blühen verschiedene Herbstblumen, die weitere sanfte Farben (zum Beispiel das Lila der Aster) in das Bild bringen können. Die Sonne erreicht im September und Oktober nur noch eine mittlere Höhe, so dass selbst zur Mittagszeit das Licht weicher ist als im Hochsommer und damit den farblichen Effekt verstärkt.
Großartige Herbstlandschaften kann man vor allem wieder in Wäldern und Parks erleben; auch herbstlich verfärbte Alleen sind interessante Photomotive. Im Wald bilden sich im Herbst schnell Laubschichten auf dem Boden - sie sind ebenso photogen wie die Bäume in ihrer bemerkenswerten Farbenpracht. Verwendet man größere Brennweiten (Tele), so lassen sich im Wald abstrakte oder halb-abstrakte Aufnahmen zaubern. Für Freunde der Makrophotographie sind Pilze, Herbstblumen und einzelne verfärbte Blätter interessante Motive.
Der Herbst bietet mit seiner Farbenpracht einzigartige Gelegenheiten und ist für manche Landschaftsphotographen vielleicht die interessanteste Zeit. Die Natur bietet dem Betrachter noch einmal eine Fülle bemerkenswerter Motive und Ansichten, bevor sich die Landschaften dann fast über Nacht in triste Ödnis verwandeln.

Winter

Der Winter wird oft als trostlose, unphotogene Zeit gesehen, vor allem dann, wenn kein Schnee liegt und die Landschaft in monotones Braun oder Grau gehüllt ist. Dies ist wiederum in den Tieflagen Mitteleuropas leider sehr oft der Fall - in manchen Jahren fällt Schnee reichlich, in manchen Jahren bleibt er fast völlig aus. Doch ob mit Schnee oder ohne - auch im Winter werden sich fast immer einige interessante Szenen finden. Ein kahler Wald, der verlassene, trostlose Stadtpark, ein starrer See - der Winter steht im strengen Kontrast zu den anderen Jahreszeiten und besitzt seinen eigenen Charme.
Schneephotos sind natürlich für gewöhnlich von größerem Interesse, und sollte einmal Schnee liegen, gilt es diese eher seltene Gelegenheit nicht zu verpassen. Der Schnee verzaubert Landschaften auf einzigartige Weise und lässt in den Photos echte Winter- oder Weihnachtsstimmung auftreten. Bei Schneephotos sollte man jedoch beachten, dass die Kamera hier oft zu knapp belichtet - eine höhere Belichtungsstufe ist oft empfohlen.
Neben Schneephotos sind auch Reif- und Frostphotos interessant und können gewissermaßen als Ersatz dienen, falls kein Schnee liegt. Auch zugefrorene Seen, Eisschollen auf Gewässern und Eiszapfen sind interessante Wintermotive, die sowohl für sich als auch eingebettet in die Landschaft photographiert werden können.

Besondere Szenen und Situationen

Blumen


Sonnenblumen
Blumen photographiert man idealerweise im leichten bis mittleren Telewinkel (circa 80 bis 200 mm). Sie wirken dann üppiger und näher aneinander während Weitwinkel sie scheinbar auseinanderzieht und viel vom eventuell irrelevanten Hintergrund erkennbar werden läßt. Zudem bietet sich bewölktes Wetter eher an, als hartes Sonnenlicht - er könnte zu unschönen Schatten zwischen den einzelnen Blumen führen.

Nebel


Mystische Nebelaufnahme in zarten Lilatönen. Leider trübt das starke Bildrauschen das sonst reizvolle Photo erheblich.
Ähnlich wie Schnee, ist auch Nebel ein eher selten anzutreffendes Phänomen, das zudem meist in den Morgenstunden auftritt und sich im Tagesverlauf oft sehr schnell verzieht. Er bietet jedoch viele interessante Aufnahmemöglichkeiten. Bisweilen kann er auch gnädig lästigen Hintergrund verbergen. Die Landschaft versinkt in einem mystischen Schleier, wirkt unheimlich, verlassen oder monoton. Motive erscheinen nur in ihren Konturen und wirken deutlich abstrakter als an normalen Tagen. Dringt die Sonne durch den Nebel, kann der Nebel bemerkenswerte Farben annehmen, zum Beispiel ein zartes Orange oder Gelb. Vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang kann er hingegen bläulich erscheinen.
Beim Photographieren von Nebel wird man oft Probleme bei Belichtung, Weißabgleich und Fokussierung haben, vor allem bei dichtem Nebel. Ein manuelles Wählen der Parameter ist dann oft empfehlenswert. Da der Nebel das Tageslicht blockt, sind grundsätzlich längere Belichtungszeiten zu erwarten. Nebelphotos neigen scheinbar besonders heftig zu Bildrauschen - es sollte daher auf hohe ISO-Werte verzichtet und lieber auf ein Stativ zurückgegriffen werden.
Nebel tritt besonders an Gewässern auf und über Wiesen -aber auch als niedrig hängende Wolken an Bergen. Fast jedem Motiv kann er dabei ein mystisches Aussehen verleihen, etwa einer aus dem Nebel ragenden Flussbrücke, einem kahlen Baum oder einem ohnehin schon mystisch wirkenden Friedhof.

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang


Ein einfaches Sonnenuntergangsphoto ist noch lang kein Garant für ein bemerkenswertes Photo. Hier sorgen der Strand und die Wellen im Vordergrund, die Personen im Mittelgrund und der leichte Wolkenschleier im Hintergrund für eine atemberaubende Aufnahme.
Eines der beliebtesten Themen der Landschaftsphotographie ist zweifelsohne die Aufnahme von Sonnenaufgängen und Sonnenuntergängen. Ähnlich wie bei Herbstphotos hat man hier ein gewaltiges Spektrum an warmen Farbtönen (gelb, orange, rot), die zum Teil mit kalten Farbtönen des sich verdunkelnden Himmel (blau, violett) verbinden. Anders als bei herkömmlichen Photos verschmelzen diese Farben meist derart miteinander, das ein gewaltiges Farbspektrum (hoher Dynamikumfang) vorherrscht.
Da Sonnenuntergänge eben zu den Klassikern in der Photographie gehören, reicht es nicht aus, einfach einen Sonnenuntergang zu photographieren, um ein bemerkenswertes Bild zu bekommen. Es ist äußerst wichtig, den Vordergrund mitzugestalten und nicht ausschließlich den Sonnenuntergang als Motiv zu sehen. Welche Möglichkeiten man hat, den Vordergrund zu gestalten, wurde bereits weiter oben erläutert. An Seen und am Meer kann man auch das Wasser selbst als Vordergrund nehmen - das Photo wirkt besonders gut, wenn sich die tiefstehende Sonne dann im Wasser spiegelt.

Architekturphotographie

Einleitung

Die Architekturphotographie befasst sich mit der Abbildung von Bauwerken aller Art, einschließlich von Innenaufnahmen und Architekturdetails. Da Bauwerke oft eine imposante Größe besitzen, aber dicht zusammenstehen, ist dabei ein Weitwinkelobjektiv in vielen Fällen unverzichtbar - gleichzeitig kann auch ein Teleobjektiv gefordert sein, wenn Details abgebildet werden sollen. Für spezielle Aufnahmen, wo das Gebäude selbst mit einem Weitwinkelobjektiv nicht voll abgebildet werden kann, gibt es für manche Kameras Shift-Objektive zu erwerben, die eine Verschiebung des Bildausschnitts ermöglichen, ohne stürzende Linien zu bekommen.

Darstellung von Bauwerken


Golden Gate Bridge

Detail der Golden Gate Bridge
Eine Grundregel der Architekturphotographie lautet "Weniger ist mehr". Laien neigen häufig dazu, ein Gebäude möglichst vollständig auf dem Photo abzubilden (Totale). Das endet oft auch damit, dass es nur gerade noch auf das Photo passt oder die Kamera nach oben gerichtet wurde, um es überhaupt darstellen zu können - das führt dann zu den bekannten stürzenden Linien. Insofern ist es in der Architekturphotographie oft sinnvoll, sich auf Ausschnitte eines Bauwerks zu konzentrieren, oft auch auf Details wie Balkone, Erker, Ornamente, Pfeiler, Dachgaupen etc. Bei modernen Gebäuden lassen sich zudem oft auch abstrakte oder halbabstrakte Photos erzeugen.
Interessant ist auch die Kombination aus Totale und Detail, wie sie oft in Magazinen und Prospekten zu sehen sind. Hierbei wird das Gebäude zunächst vollständig photographiert und im Anschluss interessante Details mit großer Brennweite festgehalten. Bei der Präsentation der Photos bietet es sich dann an, aus den Photos ein Bild zu machen (zum Beispiel können Detailphotos verkleinert und in einer Ecke der Gesamtansicht integriert werden - oder auch an sonstigen, nicht besonders interessanten Stellen der Gesamtansicht). Eine ganze Bilderserie hingegen wird man sich einfach Bild für Bild anshen. Übersichtsaufnahmen können dann gut dazu dienen, zu zeigen, wo sich die Details befinden.
Für die Architekturphotographie bieten sich damit fast alle Brennweiten an: Kurze Brennweiten (Weitwinkel) für vollständige Ansichten ebenso wie lange Brennweiten (Telewinkel und Super-Telewinkel), um Details abzubilden. Wer sich auf Architekturphotographie spezialisiert, sollte somit beide Objektive mit sich führen beziehungsweise eine Kompakt- oder Bridgekamera mit ausreichend Zoom ("Super-Zoom-Kameras") in Betracht ziehen.
Die bereits vorgestellten Regeln über Perspektive und Anordnung des Motivs gelten meist auch für die Architekturphotographie. Gebäude sollten nach Möglichkeit nicht frontal, sondern leicht von der Seite photographiert werden, damit sie räumlicher wirken (manchmal ist es aber auch gerade interessant oder gar nicht anders möglich, ein Gebäude direkt von vorn aufzunehmen). Die Platzierung im Bilddrittel kann sinnvoll sein, oft nimmt das Gebäude in der Architekturphotographie jedoch das gesamt Bild ein, da der Hintergrund meist unwichtig ist. Besonders interessant ist es, wenn sich für ein vollständig abgebildetes Gebäude ein Vordergrundmotiv, etwa ein Springbrunnen, ein Denkmal oder eine Mauer findet, welches das Bild dann wieder in Vorder- und Hintergrund aufteilt.

Stürzende Linien


Stürzende Linien in einem Photo. Die Kamera wurde nicht gerade, sondern leicht nach oben gehalten. Das Photo wirkt sehr unschön, das Gebäude kippt scheinbar nach hinten.
Ein Phänomen, das vor allem in der Architekturphotographie auftritt, sind stürzende Linien (konvergierende Linien). Diese treten auf, sobald die Kamera bei Aufnehmen eines Gebäudes auch nur leicht schräg nach oben gerichtet wird. Wenn ein Gebäude nicht vollständig auf das Photo passt und die örtlichen Verhältnisse ein weiteres Zurückgehen nicht ermöglichen, bleibt scheinbar gar nichts anderes übrig, als die Kamera nach oben zu richten, um das Gebäude abbilden zu können. Der Vorteil ist, dass das Gebäude dann vollständig auf das Bild passt, egal wie hoch es auch sein mag. Der Nachteil ist allerdings, dass die Linien "aufeinander zustürzen", das heißt scheinbar in der Unendlichkeit sich in einem Punkt vereinen (obwohl sie parallel verlaufen). Das Gebäude auf dem Photo wirkt dann, als ob es nach hinten umkippt. Das liegt daran, dass bei der geneigten Haltung die Ebene der Fassade nicht parallel zur Bildsensorebene verläuft. Während die entsprechende Verkleinerung in horizontaler Richtung bei schräg aufgenommenen Gebäude oder Eisenbahnschienen sogar dem normalen Seheindruck entspricht, hat das Gehirn mehr Probleme mit Ebenen, die vertikal verlaufen. Es wird der Eindruck erweckt, als stürze das Gebäude nach hinten.

Dasselbe Photo mit einem Bearbeitungsprogramm bearbeitet. Die Seiten des Gebäude verlaufen nun parallel zum rechten bzw. linken Bildrand, stürzende Linien sind nicht mehr erkennbar.
Stürzende Linien wirken meist sehr unästhetisch, lassen sich aber nicht immer vermeiden. Mit dem Perspektivwerkzeug verschiedener Bildbearbeitungsprogramme lassen sich leichte perspektivische Probleme jedoch beheben (dazu mehr im Teil zur Bildbearbeitung). Man erkennt stürzende Linien meist beim bloßen Anblick des Photos. Möchte man ganz sich gehen, so kann man ein Raster über das Bild legen (zum Beispiel mit einem Photobearbeitungsprogramm); die Seiten des Gebäudes müssen dann alle senkrecht sein - laufen sie schief zum Raster, liegen stürzende Linien vor.
Möglichkeiten, die man in einer solchen Situation immer hat, sind:
  • Statt des gesamten Gebäudes einen Ausschnitt photographieren, zum Beispiel ein bestimmtes Detail.
  • Das Gebäude eventuell seitlich photographieren (frontale Photographieren von Bauwerken sind ohnehin eher ungünstig).
  • Zur Aufnahme des Gebäudes einen höheren Standort aufsuchen, zum Beispiel einen Hügel, gegenüberliegenden Balkon etc.
  • Ein geeignetes Superweitwinkelobjektiv verwenden
  • Die stürzenden Linien in Kauf nehmen (und eventuell auf die Nachbearbeitung am Rechner setzen).

Bei sehr hohen Gebäuden lassen sich stürzende Linien oft nicht vermeiden. Hält man die Kamera steil nach oben, wird der Effekt maximal, ist aber dann von künstlerisch hohem Interesse.
Vor allem bei Hochhäusern und Wolkenkratzern ist es ein interessanter Effekt, auch einmal bewusst die Kamera stark nach oben zu richten (Froschperspektive) und somit stark stürzende Linien zu erzeugen. Hierzu sollte man relativ nah an das entsprechende Gebäude gehen und die Kamera zum Abbildes des Gebäudes steil nach oben halten. Die Linien stürzen hierbei natürlich extrem, das Resultat kann aber einen beeindruckenden Charakter haben. Solche Photos drücken oft Größe und Abstraktheit aus, stürzende Linien sind also nicht in jedem Fall negativ. Dieses Vorgehen ist damit eine weitere Alternative hat, wenn man ein Gebäude nicht ohne stürzende Linien abbilden kann - man dreht buchstäblich den Spieß um und erzeugt sie bewusst.
In solchen extremen Fällen interpretiert das Gehirn die perspektivische Verkleinerung auch vertikal korrekt, weil diese Verkleinerung natürlich auch auftritt, wenn man das Gebäude mit eigenen Augen anguckt. Kritisch sind die stürzenden Linien also eher bei Gebäuden mittlerer Höhe, wo vor Ort die perspektivische Verkleinerung noch vom Gehirn automatisch kompensiert wird.
Übrigens: Die Gefahr stürzender Linien ist im Weitwinkel am größten. Hier reicht schon eine ganz geringe Neigung der Kamera, um den oft unschönen Effekt zu erzielen. Mit zunehmenden Brennweiten wird der Effekt jedoch geringer und kleine Neigungen fallen kaum mehr auf – natürlich lässt sich damit aber dann auch weniger auf dem Bild platzieren als zuvor.
Und noch ein Tipp: Stürzende Linien fallen vor allem bei hohen Gebäuden sowie Gebäuden mit recht einfachen Formen (quaderförmig etc.) auf. Sie fallen weniger bei Gebäude mit hohen Kuppeln oder starken Spitzdach auf, weil dann die Linien ohnehin aufeinander zulaufen. Der negative Effekt wird aber auch bei solchen Gebäuden ab einem bestimmten Neigungsgrad sichtbar.

Beleuchtung und Wetter

Es gibt keine eindeutige Regel zu welcher Tageszeit, bei welchem Wetter und bei welchen Lichtverhältnissen Gebäude photographiert werden sollten. Oft eignet sich der Morgen oder Abend an, da zur Mittagszeit starke Schatten an dem Gebäude auftreten können, die Farben blass wirken können und große Flächen (vor allem weiße Fassaden) überstrahlt sind. Allgemein wird oft empfohlen, mit Seitenlicht zu photographieren, so dass die Räumlichkeit der Gebäude sowie Konturen besser sichtbar werden. Gegenlicht kann manchmal selbst aus einfachen, sonst uninteressanten Gebäuden atemberaubende Photos machen - Details werden hierbei aber weniger sichtbar, die Betonung liegt dann auf der Silhouette des Bauwerks.
Gebäude wirken meist bei blauem Himmel (sonniges Wetter) besser (vor allem kontrastreicher) als an trüben Tagen mit weißen oder grauen Himmel. Photographiert man Gebäude hingegen bei Nebel, stellt sich oft ein interessanter, mysteriöser Effekt ein.
Für abstrakte Formen und moderne Architektur ist das harte Licht der Mittagssonne oft geeignet, da es die scharfen Gebäudekanten besser zum Ausdruck bringt und Kontrast maximiert. Für ländliche Architektur scheint weiches Licht, vor allem auch das Licht der tiefer stehenden Sonne, günstig.

Untergattungen

Einleitung

Die Architekturphotographie ist ein weites Gebiet, das verschiedene Untergattungen besitzt. Während einige Hobby-Photographen bei Architekturphotographie allein an Bauwerke, insbesondere Sehenswürdigkeiten denken, bietet das Genre ein weitaus größeres Spektrum an möglichen Motiven. Einige interessante Untergattungen seien im Nachfolgenden erläutert.

Industrielandschaften


Industrielandschaften können aus unterschiedlichen Gründen aufgenommen werden. Dieses Bild ist aus gesellschaftlicher Sicht recht interessant - es zeigt erneuerbare Energieanlagen neben herkömmlichen. Damit drückt es einen gewissen Wandel in der Gesellschaft aus.
Industrielandschaften sind ein beliebtes Motiv jenseits der sonst beschaulichen Sehenswürdigkeiten und beeindruckenden Zeugnissen moderner und historischer Architektur. Sie wirken oft alltäglich, unbedeutend, hässlich. Gerade dies wird von vielen Architekturphotographen jedoch oft auch als besonderer Reiz empfunden; viele Sehenswürdigkeiten und beeindruckende Bauwerk wurden bereits tausendfach abgelichtet und sind womöglich einer Vielzahl von Menschen bekannt – einmal alltägliche Bauwerke wie Industrieanlagen zu photographieren, kommt hingegen nur wenigen in den Sinn, und umso interessanter kann es sein, einmal solche Gebäude zu photographieren. Besonders spannend sind dabei Gegensätze, zum Beispiel Fabriken und Schornsteine neben Wohngebäuden oder Industrieanlagen im ländlichen Raum, die eine deplatzierte Wirkung entfalten. Das Resultat kann dabei sowohl dokumentarischen als auch künstlerischen Charakter haben. In vielen Fällen kann das Abbilden von Industrieanlagen dabei aus gesellschaftskritischer Sicht sehr interessant sein und den Betrachter zum Nachdenken anregen.
Das Photographieren von Industrielandschaften fällt in das weniger bekannte photographische Genre der Industriephotographie, darf damit jedoch nicht gleichgesetzt werden. Industriephotographie bezeichnet jegliche Art von Motiven industrieller Produktion und legt den Fokus somit sowohl auf den Industrieprozess als auch das Industrieprodukt. Damit geht das Genre über die Architekturphotographie deutlich hinaus, die die Produktionsstätten im Fokus hat, nicht jedoch den eigentlichen Prozess beziehungsweise das Produkt.
In vielen Situationen scheint es besonders interessant, Industrielandschaften bei Gegenlicht und tief stehender Sonne zu photographieren. Dabei wird von den Details abstrahiert, die hier jedoch oft nicht von Bedeutung sind. Die Umrisse einer Fabrik, die emporragenden Schornsteine und der aufsteigende Rauch können ein bemerkenswertes Bild ergeben – der Betrachter benötigt keine weiteren Details, um sich die Stimmung vorstellen zu können.

Skulpturen


Sphere von Fritz Koenig, New York, vor der Zerstörung des World Trade Centers
Skulpturen und Denkmäler werden ebenfalls der Architekturphotographie zugeordnet und sind beliebte Motive für die meisten Architekturphotographen. Bei Skulpturen ist es wichtig, die Plastizität ausdrücken, die immerhin die Haupteigenschaft von Skulpturen (im Gegensatz zu Gemälden) ist. Das erreicht man vor allem mit hartem Seitenlicht, so dass Formen und Details besonders gut zum Ausdruck kommen. Skulpturen können manchmal auch zur Vordergrundgestaltung verwendet werden, zum Beispiel ein Denkmal vor einer Kirche etc.

Nachtphotographie


Nachtansicht von New York, aufgenommen bei völliger Dunkelheit.
Die Nachtphotographie überschneidet sich mit sehr vielen Genres, da man fast alles sowohl bei Tageslicht als auch in der Dämmerung oder Nacht photographieren kann. In der Architekturphotographie spielen Nachtaufnahmen jedoch eine ganz besondere Rolle, da sich eine Stadt oder Großstadt bei Nacht stets von einer völlig anderen, manchmal umso interessanteren Seite zeigt.
Besonders gern werden Nachtansichten von Großstädten, insbesondere Skylines, aufgenommen. Die abertausend beleuchteten Fenster (wie im Bild rechts zu sehen) zeigen erst, wie belebt eine solche Stadt ist, denn es wird kaum ein beleuchtetes Zimmer geben, wo sich niemand aufhält. Um solch beeindruckende Skylines aufnehmen zu können, muss man jedoch selbst einen erhöhten Punkt finden. Hierfür bieten sich öffentlich zugängliche Hochhäuser oder Aussichtsplattformen an. Viele Städte verfügen in der Nähe des Zentrums auch über Erhebungen, von denen man womöglich auch einen Guten Blick auf die Stadt hat.
Bei der Nachtphotographie bietet sich stets ein Stativ an, alternativ eventuell auch lichtstarke Objektive und hohe ISO-Werte falls noch genügend Licht vorhanden ist. Allgemein gilt es meist als ausgesprochen günstiger, nicht bei völliger Dunkelheit zu photographieren, sondern in der mehr oder weniger vorangeschrittenen Abenddämmerung. Der dann noch leicht farbige Himmel ergibt damit einen interessanten Kontrast zu den dunklen, teilweise erleuchtet Gebäuden. Straßenbeleuchtung und Erleuchtung von Gebäuden setzen ohnehin deutlich vor der absoluten Dunkelheit ein.

Dokumentarische Photographie


Beispiel für Dokumentarische Photographie.
In der Architekturphotographie ist es häufig auch interessant, einmal gezielt Alltagsaufnahmen zu tätigen, zum Beispiel den Innenhof eines Straßenviertels oder einen an ein Gebäude grenzenden Garten. Das Interessante liegt im Detail, da auf alltäglichen Aufnahmen sich doch oft interessante Dinge finden lassen, zum Beispiel Dinge menschlichen Wirkens und Schaffens.
Die hier vorgestellte Idee gehört zu dem deutlich über die Architekturgattung hinausreichenden Genre der Reinen Photographie (pure photography, auch straight photography), die einfache, ungestellte und möglichst realistische Abbilder von alltäglichen Plätzen und Situationen zum Gegenstand hat.

Innenaufnahmen

Innenaufnahmen unterscheiden sich von der allgemein Architekturphotographie insofern, dass man es meist mit schwierigeren Lichtverhältnissen zu tun hat. Die Innenräume von Sehenswürdigkeiten wie Kathedralen, Kirchen und Ausstellungen sind oft nur dezent beleuchtet, das Verwenden von Blitzlicht ist oft untersagt. Aus diesem Grund bieten sich lichtstarke Objektive und das Verwenden einer hohen ISO-Empfindlichkeit an. Da Innenräume meist mit Glühlampen- oder Leuchtstofflampen beleuchtet sind, muss man hierbei den Weißabgleich im Auge behalten und die Kamera gegebenenfalls auf die niedrigere Farbtemperatur einstellen – im anderen Fall könnte sich ein Rotstich einstellen.
Ein weiteres Problem der Innenaufnahmen ist der oft beschränkte Raum zum Photographieren, so dass man es in manchen Fällen nicht schaffen wird, einen kleinen Raum in seiner Gesamtheit abzubilden. Hier hat man damit dasselbe Problem wie bei Außenaufnahmen, wo selbst ein gutes Weitwinkelobjektiv nicht ausreicht. Die Lösung ist hierbei wieder, sich eher auf Details in Räumen und Sälen zu konzentrieren, weniger auf eine vollständige Abbildung des gesamten Zimmers. Alternativ bietet einige höherwertige Kameras auch einen Panorama-Modus, mit dem sich ein Panorama oder halbes Panorama (zum Beispiel 180°) von dem Raum erstellen lässt.

Porträtphotographie

Grundlagen


Porträtphotographie - das klassische Genre der Photographie.
Die Porträtphotographie beschäftigt sich mit der Abbildung von Lebewesen, wobei sich Porträtphotographie im engeren Sinne auf Personen, im weiteren Sinne auch auf Tiere bezieht, hierbei spricht man dann aber eher von der Tierphotographie. Bereits seit Beginn der Photographie ist sie eines der beliebtesten und wichtigsten Genres überhaupt, die sowohl in der Anwendungsphotographie als auch der Künstlerischen Photographie enorme Bedeutung hat.
Häufiges Ziel der Aufnahme von menschlichen Porträts ist es, die typischen Wesenszüge einer Person auszuarbeiten und in dem Photo deutlich zu machen. Aus dem Photo sollen für den Betrachter damit der typische Charakter und die Stimmungslage der Person zum Aufnahmezeitpunkt klar ersichtlich werden. Anders als bei Landschafts- und Architekturphotographie kann der Photograph großen Einfluss auf das Motiv nehmen, das heißt zu hohem Maß in die Szene eingreifen. Das Motiv ist sich oft auch der Situation des Photographierens bewußt und kann darauf reagieren. Wahl von Kleidung und Zubehör, Körperhaltung, Mimik und Gestik, Hintergrund und vieles mehr lassen sich nach Belieben anpassen, so dass die gestalterische Freiheit fast grenzenlos ist und eine Person auf unterschiedlichste Weise abgebildet werden kann.
Bei gestellten Photos, wo die Person vom Photographen in Szene gesetzt wird oder die Person sich selbst zum Zwecke des Photographierens in Szene setzt, bezeichnet man diese auch als Modell. Man kann hierbei auch grundsätzlich zwei Arten von Porträtaufnahmen unterscheiden: Gestellte Photos (in der angewandten Photographie und vor allem professionellen künstlerischen Photographie) und ungestellte Photos. Im ersteren Falle wird die darzustellende Person also zum Darsteller, das Bild zeigt also im Zweifelsfalle eine Erscheinung der Person, die sich so nur zum Zwecke der Aufnahme verhält. Im zweiten Falle geschieht das Photographieren vom Abgebildeten aus gesehen nebenbei, ist also nicht inszeniert. Der Photograph hat dann natürlich lediglich die gleichen Gestaltungsmöglichkeiten wie bei anderen Motiven und hat keinen Einfluß darauf, wie sich die Person verhält. Dazwischen ergeben sich natürlich auch Situationen, wo die abzubildenden Personen zu anderen Zwecken agieren, sich aber dennoch bewußt sind, dass sie aufgenommen werden, ihr Verhalten kann also klar von dem abweichen, was sie zeigen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen oder jedenfalls nicht in einem Bild verewigt werden.
Die nicht inszenierten Photos können den 'wahren' Charakter einer Person oft besser darstellen als die gestellten Photos, die dafür eher zeigen, wie die Person sich selber darstellen möchte oder der Photograph sie darstellen möchte.

Allgemeine Techniken

Hintergrundgestaltung


Äußerst ungünstig gestalteter Hintergrund. Er fällt stark auf, trägt aber nichts zur eigentlichen Szene bei.
In der Porträtphotographie kommt es vor allem auf den Hintergrund an, der hier oft so unauffällig wie möglich sein soll, damit die volle Aufmerksamkeit auf dem Motiv liegt. Ein Hintergrund mit vielen Details oder in schillernden Farben kann stark vom eigentlichen Motiv ablenken und damit das Bild vollständig ruinieren. Jedoch kann ein etwas ausgefallener Hintergrund manchmal das Photo stark aufwerten, so dass es nicht immer ratsam ist, den Hintergrund auszublenden.

Günstiger Hintergrund.
Es gibt auch Situationen, wo der Hintergrund keineswegs fehlen darf. Wenn man eine Person beispielsweise in ihrem Alltags- oder Berufsleben darstellt (zum Beispiel einen Handwerker bei der Arbeit oder ein Kind beim Erledigen seiner Hausarbeiten), kann es sinnvoll sein, den entsprechenden Hintergrund nicht auszublenden, da dieser dann für die Darstellung des Porträts entscheidend ist. Die Charakteristik des Motivs wird dann erst durch die Umgebung deutlich.
Wählt man hingegen einen einfachen, monotonen Hintergrund (zum Beispiel bei Innenaufnahmen), so sollte die Person ein gutes Stückchen vom Hintergrund (zum Beispiel Wand) entfernt sein, wenigstens ein bis zwei Meter. So kann man einerseits den Hintergrund durch niedrige Schärfentiefe einfacher „verschwinden“ lassen und zum anderen fallen die Schlagschatten der Person weniger auf. Letzteres ist vor allem dann wichtig, wenn mit nur einem Blitz photographiert wird – die Schatten der Person könnten sonst auf die dahinter liegende Wand fallen und ein unschönes Bild ergeben.
Zudem dürfen Objekte im Hintergrund und Motiv niemals zusammenschmelzen, es sei denn dies ist der absolute Wille des Photographen (was selten der Fall sein dürfte). Sich im Hintergrund befindliche Bäume, Sendemasten, Kerzenleuchter oder Kirchtürme, die scheinbar aus dem Kopf der Person „herausragen“, zerstören das Bild meist vollständig beziehungsweise lassen das Motiv äußerst lächerlich wirken. Durch eine kleine Perspektivänderung lässt sich das Problem hingegen fast immer aus der Welt schaffen.

Brennweite und Blende


Schriftstellerin bei der Arbeit. Um ihr typisches Arbeitsumfeld mit abzubilden, wurde eine kleinere Brennweite gewählt und mehr Hintergrund mit abgebildet.
In der Porträtphotographie werden für gewöhnlich Brennweiten im unteren bis mittleren Tele-Bereich verwendet, etwa zwischen 80 und 135 mm. Das hat vor allem den Vorteil, dass bei solchen Brennweiten die Gesichtszüge weicher wirken und Extremitäten wie Nase, Kinn und Unebenheiten in der Haut weniger hervorstechen als beim Weitwinkel; zudem kann der Photograph somit einen gewissen Abstand zur Person halten und muss sich ihr bei Nahaufnahmen weniger aufdrängen. Menschen haben unterschiedliche Distanzbereiche, spätestens wenn man in den Nahbereich vordringt, ändert sich meist ihr Verhalten, was man mit längeren Brennweiten gut vermeiden kann.
Für Schnappschüsse bieten sich oft noch größere Brennweiten an, etwa bis 200 mm. Möchte man die Person hingegen wie oben beschrieben in ihren Arbeits- und Alltagsumfeld darstellen, ist Weitwinkel die beste Wahl. Hierbei sollte die Person eher in der Mitte angeordnet werden, da im Weitwinkel zu den Seiten hin Verzerrungen entstehen können. Je nach Situation sollte dann ein gutes Stück Hintergrund sichtbar werden.
Je nach dem, ob man den Hintergrund scharf haben möchte oder nicht, sollte eine große oder kleine Blendenzahl gewählt werden. Beim mittleren Tele-Zoom hat man bereits weniger Schärfentiefe als im Weitwinkel, so dass die Wahl der Blende nicht immer von Bedeutung ist. Bei schwierigen Lichtverhältnissen wird man sich vermutlich für eine kleine Blendenzahl entscheiden und damit eher auf einen unscharfen Hintergrund setzen.

Perspektiven in der Porträtphotographie

Wie bereits im Grundlagenteil erläutert, gibt es auch für die Porträtphotographie die drei vertikalen Perspektiven Froschperspektive, Zentralperspektive und Vogelperspektive. Meist wird man in der Porträtphotographie auf die Zentralperspektive setzen und die Person damit so darstellen, wie der Betrachter sie im Normalfalle auch sehen wird. Für kleinere Personen müsste dazu jedoch die Vogelperspektive verwendet werden. Es ist jedoch meist vorteilhafter, auf Augenhöhe zu photographieren, also auf die abzubildende Person einzugehen.
Die Froschperspektive bietet sich an, um Personen wichtig und imposant darzustellen. Die Person wirkt damit mächtig und stark, aber auch hochnäsig und eingebildet. Der Betrachter schaut zu der Person auf, sie steht über ihm. In der Malerei wurden Herrscher oft auf diese Weise dargestellt, die Bilder wurden zudem erhöht in Sälen aufgehängt, um den Effekt zu verstärken.
Bei der Vogelperspektive schaut man auf die Person herab, was einen demütigenden Eindruck erzielen kann. Die dargestellte Person ist klein und unterwürfig.

Beleuchtung

In der Porträtphotographie wird die Beleuchtung gerne gezielt gestaltet, mit Leuchten oder Blitzgeräten, da ein aufgehelltes Gesicht freundlicher und ansprechender wirkt. Wichtig ist, dass der Blitz dezent gehalten wird, um Schlagschatten und Reflexionen zu vermeiden. Indirekter Blitz wirkt sich hierbei meist günstiger aus als direkter und ist auch ein sicheres Mittel gegen den unschönen Roten-Augen-Effekt. Mit mehreren positionierbaren Lichtquellen läßt sich der erwünschte Beleuchtungseffekt natürlich einfacher erreichen als mit nur einer.
Für den indirekten Blitz werden gern Reflexflächen eingesetzt. In Innenräumen kann dies gegebenenfalls auch die Zimmerwand sein, im Freien kann man darauf hingegen nicht zurückgreifen. Es gibt verschiedene Arten von Reflexflächen zu erwerben; sie sollten jedoch eine gewisse Größe besitzen, am besten so groß wie der Motivbereich, damit auch genügend Licht von der Fläche auf das Motiv geworfen wird. Gern werden weiße Reflexflächen aus Kunststoff verwendet, die einen nennenswerten Teil des Lichtes absorbieren, aber eine gute Lichtstreuung ermöglichen, eigentlich wird das Licht also nicht gestreut, sondern breit und diffus gestreut, die weiße Fläche wirkt also wie eine entsprechend große Lichtquelle. Der Begriff 'Reflexfläche' ist hier also eigentlich falsch, 'Streufläche' wäre zutreffender.
Reflexflächen aus Silber und Gold besitzen ein hohes Reflexionsvermögen und streuen wenig. Sie zeigen also weitgehend die Beleuchtungscharakteristik der originalen Lichtquelle, sofern sie eben sind, es gibt allerdings auch gebogene Flächen, die wie gekrümmte Spiegel das Licht auf das Motiv fokussieren können oder mit der anderen Krümmung den einfallenden Lichtstrahl aufweiten.
Für interessante Effekte (Spotlicht) kann auch ein Spiegel verwendet werden.
Wer auf einfachere und kostengünstige Streu- oder Reflexflächen zurückgreifen möchte, kann weißes Laken oder weißen Karton verwenden. Beide bieten eine gute Lichtstreuung. Styropor hat ebenfalls eine gute Lichtstreuung, absorbiert aber mehr Licht.
Das Verwenden von Lichtstreifen und Schatten bei Porträtaufnahmen ist ein recht einfaches Mittel für ausgefallene Photos. Dies kann man beispielsweise erreichen, wenn das Motiv vor einem Fenster mit Gitterstäben anordnet, so wie sie sich an alten Gebäuden finden. Im Fachhandel gibt es auch Lichtfilter zu kaufen, mit denen sich solche Schattenmuster erzeugen lassen. In der Natur kann man das Modell unter den Zweigen und Blättern eines Baums platzieren und eventuell einen ähnlich interessanten Effekt hervorrufen.

Untergattungen und Techniken

Kinderphotographie


Darstellung eines Kindes in Zentralperspektive beziehungsweise leichter Froschperspektive.
Die Kinderphotographie ist ein Gebiet der Porträt-Photographie, das sich mit der Abbildung von Kindern befasst und etwas von der klassischen Porträt-Photographie unterscheidet. Während man bei der Porträt-Photographie die abzubildende Person eher in Szene setzt und somit ein gestelltes Photo bezweckt, eignet es sich im Umgang mit Kindern eher, sie in alltäglichen Situationen aufzunehmen, da sie das In-Szene-Setzen wie bei einem Modell oft als lästig und langweilig erachten werden und sich auf diese Weise kaum das gewünschte Resultat erbringen lässt. Zudem können Alltagsaufnahmen oft den Charakter von Kinder deutlich besser in einem Photo ausdrücken als bei gestellten Photos.

Kinder aus der Vogelperspektive zu photographieren, ist oft ungeeignet. In diesem Beispiel ergibt sich jedoch ein durchaus interessantes Photo.
Möchte man authentische, ungestellte Porträtphotos haben, so sollte man für gewöhnlich von einer Stelle photographieren, wo man nicht oder kaum wahrgenommen wird; erfahrungsgemäß verhalten sich Personen vor einer Kamera stets anders als sonst. Das gilt beispielweise auch in der Straßenphotographie. Beim Photographieren von Kindern, insbesondere Kleinkindern, ist dies jedoch oft nicht notwendig, da sie bis zu einem bestimmten Alter die Bedeutung einer Kamera noch nicht vollständig verstehen und sich damit nicht verstellen.
Die meisten Kameras bieten einen Automatik-Modus für Kinder und setzen auf kurze Belichtungszeiten, um spielende oder tobende Kinder scharf abzubilden. Ein Hauptproblem, dessen man sich bewusst sein sollte, ist, dass Kinder deutlich kleiner sind als Erwachsene und bei herkömmlicher Phototechnik auf das Kind „herabphotographiert“ wird (Vogelperspektive). Das Kind erscheint damit (noch) kleiner und unscheinbarer. In der Kinderphotographie ist es daher meist vorteilhaft, aus Höhe des Kindes zu photographieren (Zentralperspektive), was meist eine sitzende oder kniende Haltung erfordert. Interessant ist hierbei auch, Kinder von unten abzubilden (Froschperspektive), was ihnen einen größeren und unabhängigeren Anschein gibt.

Gruppenphotos


Interessante Anordnung von fünf Musikern in einer Zeichnung von 1852.
Ist man bei der klassischen Porträt-Photographie meist nur von einem Modell abhängig, so hat man es bei Gruppenphotos mit vielen Personen zu tun. Entsprechend schwer ist eine geeignete Platzierung der Personen und entsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass wenigstens eine der abgebildeten Personen zwinkert, nicht in die Kamera blickt oder durch andere Dinge auffällt. Bei Gruppenphotos scheint es daher umso wichtiger, möglichst viele Photos anzufertigen, um später aus einer möglichst großen Auswahl das beste Photo aussuchen zu können.
Bei kleineren Gruppen bietet es sich oft an, diese nicht zu symmetrisch oder formstreng anzuordnen. So kann man sie etwas im Raum verteilen oder sie unterschiedlich darstellen (zum Beispiel sitzend, stehend, kniend etc.). Wichtig ist aber, wie immer, dass das Gesamtbild stimmt und nicht zu chaotisch wirkt.
Bei größeren Gruppen wird man, wie allgemein üblich, die Personen in einer Reihe oder mehreren Reihen anordnen. Große Personen sollten dabei in den hinteren Reihen, kleinere Personen in den vorderen Reihen platziert werden. Die recht strenge Anordnung kann gemindert werden, wenn sich einzelne Personen beispielsweise vor die erste Reihe knien, setzen oder legen.

Profilphotos


Profil einer Frau.
Interessante Aufnahmen sind Profilaufnahmen, bei denen das Motiv von der Seite, also im rechten Winkel, photographiert wird. Auf diese Weise werden Form des Kopfes und Details im Gesicht sichtbar. Bei der Profilphotographie bietet es sich an, einen sehr hellen Hintergrund zu wählen und das Photo leicht unterzubelichten, so dass die Person recht dunkel erscheint (man kann das Bild auch soweit unterbelichten bis die Person fast schwarz erscheint und nur noch die äußeren Konturen sichtbar sind). Für einen hellen Hintergrund bietet es sich an, das Motiv vor einem Fenster oder am Ende eines Tunnels beziehungsweise Durchgangs zu platzieren. Bei Außenaufnahmen ist Gegenlicht ein geeignetes Mittel.
Die im Profil aufgenommene Person guckt nahezu zwangsläufig ins Leere, so kann leicht ein Eindruck geistiger Abwesenheit entstehen, weil das Bild einerseits schon inszeniert wirkt, die Blickrichtung aber keinen Bezug zur Kamera aufweist, was bei vielen anderen inzenierten Porträts meist eine gute Bildwirkung hervorruft, weil sich der spätere Betrachter des Bildes direkt vom Modell angesehen fühlt, so also ein Bezug aufgebaut wird. Guckt die aufgenommene Person bei nicht inzenierten Bildern in irgendeine Richtung, fühlt sich der Betrachter zwar nicht direkt in die Szene einbezogen, aber doch zumindest als unbeteiligter Beobachter. Die strenge Blickrichtung im Profil senkrecht weg vom Betrachter kann dann natürlich gerade den Eindruck einer Distanziertheit des Modells verstärken.

Aktphotographie


Stripes - männlicher Akt
Die Aktphotographie beschäftigt sich mit der Darstellung des menschlichen Körpers, so dass Modell hierbei für gewöhnlich nackt oder nur leicht bekleidet abgebildet werden. Entsprechend kann man zwischen Vollakt (vollständig nackt) und Halbakt (halb bekleidet) unterscheiden. Die Aktphotographie ist ein sehr anspruchsvolles Gebiet der Photographie und soll in dieser Einführung nicht weiter vertieft werden.

Worauf man bei Porträt-Photos achten sollte

Wie im Einführungsteil bereits beschrieben, bedarf es einer ausdrücklichen Zustimmung der abgebildeten Person(en), bereits wenn das Photo aufgenommen wird und zusätzlich, wenn es veröffentlicht werden soll (mündlich oder schriftlich). Dies gilt nicht, wenn die Person Beiwerk ist – in der Porträt-Photographie ist dies aber nicht der Fall, da die abgebildet(en) Personen typischerweise das Hauptmotiv sind.
Bei Personen des öffentlichen Interesses (Prominente) gelten da Ausnahmen. Zur Person des öffentlichen Interesses kann auch werden, wer auf öffentlichen Veranstaltungen auftritt, allerdings dann nur für die Dauer des Auftritts in der Veranstaltung. Auch wer an öffentlichen Veranstaltungen wie Demonstrationen oder Aufzügen teilnimmt, fällt unter eine solche Ausnahme und muß nicht gefragt werden.
Die Ausnahme, dass solche Personen auch ohne Erlaubnis aufgenommen werden dürfen, beziehen sich aber im Grunde nur auf ihr öffentliches Erscheinen. Von daher agieren sogenannte Paparazzi in einer Grauzone - Aufnahmen sind in Ordnung, wenn die Prominente Person öffentlich agiert, nicht in Ordnung, wenn sie klar in ihrem Privatbereich agiert - etwa in der eigenen Wohnung.
Heikel ist eine weitere Ausnahme, die es erlaubt zu photographieren und zu veröffentlichen, wenn dies einem 'höheren Interesse der Kunst dient'. Da nicht festgelegt ist, was ein höheres oder niederes Interesse der Kunst ist, wird dies im Zweifelsfalle in einem Rechtsstreit jeweils einzeln ausgefochten.
Trotz dieser rechtlichen Situation gilt es allgemein als äußerst unhöflich, Personen direkt zu photographieren, vor allem wenn man sie nicht kennt. In diesem Fall ist es immer empfohlen, vor der Aufnahme zu fragen, auch um gegebenenfalls einem Rechtsstreit aus dem Wege zu gehen.

Straßenphotographie


Typische Straßenfotografie - Beliebte Motive sind Fußgängerbereiche in Innenstädten.
Die Straßenphotographie bezeichnet Aufnahmen aus dem öffentlichen, belebten Raum, meist in Städten und meist mit Menschen im Mittelpunkt. Ihr Hauptanliegen ist, jenes öffentliche, alltägliche Leben zu erfassen und in einem Photo festzuhalten. Sie grenzt damit eng an die Architektur- und Porträtphotographie, kann aber keinen dieser Genres direkt zugeordnet werden, da sie ein eigenständiges Genre mit völlig eigener Charakteristik ist.

Straßenphotographie hat meist Menschen im Mittelpunkt. In manchen Fällen, wie oben, werden keine Menschen abgebildet. Das Photo ist trotzdem recht interessant.
In der Straßenphotographie sind ungestellte Photos gewünscht, so dass diese eng an die dokumentarische Photographie grenzt. Der Photograph sollte dabei zur Aufnahme des Bildes einen Standort aufsuchen, an dem er so wenig wie möglich von anderen wahrgenommen wird, da in die Kamera blickende Menschen den ungestellten, spontanen Eindruck sofort trüben würden. Hierfür ist es oft auch sinnvoll, größere Brennweiten zu verwenden, da dann Personen und Menschengruppen groß abgebildet werden können, ohne den Photographen wahrzunehmen. Straßenphotographen setzen daher auch auf kleine Kameras, zum Beispiel Kompakt-Digitalkameras, die mit ihrer geringen Größe heute kaum mehr auffallen.
Die Straßenphotographie kann grundsätzlich Bilder mit Menschen (Fußgängerzone, Straßencafé etc.) zeigen als auch Bilder ohne Menschen (einsame Gasse, verlassener Platz etc.), meist versteht man jedoch Straßenphotographie im ersten Sinne, da ein Photo ohne Menschen oft langweilig erscheint und zudem das Anliegen der Straßenphotographie, den bunten Alltag in Städten festzuhalten, damit kaum erfüllt wird.

Kairo-Zentrum. Zeugnisse der Straßenphotographie wimmeln oft nur von Details. Bis man das gesamte Photo erfasst hat, können Minuten verstreichen.
Beliebte Szenen sind unter anderem Fußgängerzonen, belebte Plätze, Springbrunnen auf Plätzen, Stadtparks an Sommertagen, Blick in Straßencafés, Bushaltestellen etc. Der Alltagscharakter hat höchste Priorität. Die Szene muss alltäglich und völlig ungestellt wirken, die abgebildeten Personen dürfen keine Berühmtheiten sein (etwa wie bei der Photographie von Prominenten durch Paparazzi) oder in irgendeiner Form auffallen (wie etwa bei verschiedenen Porträtaufnahmen, wo zum Teil ausgefallene Kleider und Hüte verwendet werden). Der Betrachter soll den Eindruck bekommen, selbst gerade an einem belebten Ort zu stehen und eine ganz gewöhnliche Szene vorzufinden.
Entsprechend findet ein "In-Szene-Setzen" und eine minutiöse Bildkomposition nicht statt, und Straßenphotos gleichen oft spontan entstandenen Schnappschüssen. Oft ist es aber dennoch sinnvoll, einen interessanten Ort aufzusuchen und sich zumindest kurz über Perspektive, Brennweite und Belichtung Gedanken zu machen; auch kann es manchmal sinnvoll sein, den rechten Augenblick abzuwarten, trotz der allgemeinen Regel, möglichst spontane Aufnahmen zu machen.
Ein Straßenphoto zeigt somit einen Augenblick des Alltags, der in dieser Form nie wieder passieren wird, aber eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzt; das Photo zeigt nichts Außergewöhnliches, sondern macht etwas sichtbar, was viele Menschen (und Photographen) in der Hektik unseres modernen Lebens oft gar nicht wahrnehmen.

Makrophotographie


Fliegenpilze (etwa 10cm groß)
Die Makrophotographie (Nahphotographie) ist ein Genre der Photographie, deren Bedeutung vor allem mit dem Boom des Internets und der Digitalkameras weitere Verbreitung fand. Das Internet erleichtert es natürlich enorm, die Bilder mit den oft erstaunlichen Motiven weit zu verbreiten und somit den Bekanntheitsgrad des Genres zu erhöhen. Mit den Digitalkameras wiederum werden die Bildergebnisse recht schnell sichtbar - bei der Makrophotographie mehr noch als bei anderen Genres muss der Photograph oft korrigierend in die Kameraautomatik eingreifen oder Korrekturen und Besonderheiten berücksichtigen, die sich bei starken Vergrößerungen ergeben. Eine sofortige Erfolgskontrolle motiviert zum Experimentieren und gegebenenfalls zur Wiederholung, bis ein optimales Resultat erzielt ist.

Käfer (etwa 1cm groß)
Kompaktkameras mit fest eingebautem Objektiv und kleinem Sensor eignen sich meist nicht besonders für die Makrophotographie, obgleich die Hersteller oftmals gar mit einem Makromodus werben. Dieser Modus arbeitet dann meist einfach mit der kürzesten Brennweite, um kleine Aufnahmeabstände zu ermöglichen. Makroaufnahmen werden allerdings nur selten mit Weitwinkelobjektiven durchgeführt, weil damit zuviel störender Hintergrund sichtbar bleibt. Solche Kameras kann man teilweise noch gewinnbringend für Makroaufnahmen verwenden, wenn man eine zusätzliche (achromatische) Nahlinse vor das Objektiv schraubt, um den gesamten Brennweitenbereich des eingebauten Zoomobjektivs nutzen zu können und selbst zu entscheiden, welcher Aufnahmewinkel sich am besten für das jeweilige Motiv eignet. Solche Nahlinsen ändern ähnlich wie eine Brille die Brennweite und Naheinstellgrenze des Objektivs und gelten meist als Einstiegstechnik in die Makrophotographie.

Hohler Lerchensporn, Details der Blüte in verschiedenen Vergrößerungen (der Bereich des oberen Bildes entspricht in der Breite etwa 1cm)
Für Spiegelreflexkameras oder Systemkameras werden spezielle Makroobjektive angeboten, die eine optimale Abbildungsleistung bieten. Diese lassen sich auch wie normale Objektive einsetzen, erreichen jedoch zumeist eine maximale Vergrößerung von 1, die mit normalen Objektiven ohne Hilfsmittel nicht erreicht werden kann. Sofern kein spezielles Makroobjektiv verwendet wird, können sich die Abbildungseigenschaften für Makroaufnahmen auch verbessern, wenn das Objektiv umgedreht wird, also andersherum an die Kamera montiert wird, dazu gibt es spezielle sogenannte Retroadapter. Auch damit sind stärkere Vergrößerungen erreichbar als mit der normalen Anordnung. Solche Retroadapter eignen sich allerdings nicht für beliebige Brennweiten, am ehesten kommen solche in der Gegend des Normalobjektivs zum Einsatz, also nur vom schwachen Weitwinkel bis zum schwachen Teleobjektiv. Konstruktionsbedingt eignen sich Superweitwinkel schlecht für diese Betriebsart. Lupenobjektive (siehe nächster Absatz) mit teilweise gleicher oder ähnlicher Brennweite sind ganz anders aufgebaut.
Dazu gibt es auch noch Zwischenringe, welche zwischen Objektiv und Kamera gesetzt werden, um stärkere Vergrößerungen zu ermöglichen. Der Fachbegriff lautet dafür, dass eine Auszugsverlängerung vorgenommen wurde. Das Objektiv hat ja immer eine bestimmte Naheinstellgrenze. Durch die Auszugsverlängerung wird der Abstand zwischen Motiv und Objektiv verkleinert, der zwischen Objektiv und Sensor vergrößert. Statt der Zwischenringe bieten sich für starke Vergrößerungen auch Balgengeräte an, mit denen der Auszug stufenlos verändert werden kann. Zusammen mit den Balgengeräten werden oft spezielle Lupenobjektive für starke Vergrößerungen (2- bis 20-fach) verwendet. Canon bietet für das EOS-System auch ein Lupenobjektiv an, welches ohne Balgengerät direkt an der Kamera verwendet werden kann (Vergrößerungen 1- bis 5-fach).
Der Reiz der Makrophotographie liegt einerseits darin, Dinge zu photographieren, die man mit bloßem Auge kaum erkennt und die uns im Alltag sonst weitgehend verborgen bleiben, und andererseits kleine Dinge wie Blumen, Grashalme, Insekten oder Pilze aus einer ungewohnten Perspektive sehr interessant anzuschauen sind. Normalerweise sehen wir auf diese Dinge steil herab, in der Makrophotographie bemüht man sich hingegen oft, sie aus der Zentralperspektive oder gar Froschperspektive zu photographieren, eben einem Winkel, aus denen man die Dinge sonst nicht sieht und der sie damit auch größer erscheinen lässt. Das ist dasselbe Prinzip, das bei der bereits erläuterten Kinderphotographie angewendet wurde.
Die Makrophotographie hat einen engen Bezug zur Naturphotographie, es lassen sich jedoch auch gänzlich andere Objekte photographieren, beispielsweise Münzen, Spielfiguren, Puppen und Marionetten (beziehungsweise Ausschnitte derselbigen) etc.

Typische Motive der Makrophotographie sind eigentlich Blumen, Pilze und Insekten. Hier wurde eine Leiterblatte photographiert, die auch ein interessantes Bild gibt. Die geringe Schärfentiefe ist deutlich zu erkennen.

Durchschlag bei einer Mikrokanalplatte; die kleinen, runden Löcher haben einen Durchmesser von etwa 15 Mikrometern

Übergang zur Mikrophotographie, dieselbe Mikrokanalplatte wie beim vorherigen Bild. Bei dieser Vergrößerung werden bereits trotz offener Blende Beugungseffekte sichtbar, die Schärfe läßt nach.
Wie im Kapitel über den Abbildungsmaßstab bereits beschrieben, werden in der Makrophotographie meist Abbildungsmaßstäbe um 1:1 (nach DIN von 1:10 bis 10:1) erreicht. Anhand des Abbildungsmaßstabes ist also direkt erkennbar, wie groß das abgebildete Objekt relativ zum Sensor der Kamera ist. Geht man vom Kleinbildformat aus, so heißt ein Abbildungsmaßstab von 1:1 eine Bildgröße von 24 mm x 36 mm, gerade groß genug, um ein größeres Insekt (zum Beispiel Hummel oder kleiner Schmetterling) vollständig abzubilden. Bei kleineren Sensoren reichen für formatfüllende Abbildungen dann entsprechend geringere Vergrößerungen aus.
Bei der Makrophotographie gibt es meist nur eine geringe Schärfentiefe. Allerdings sind die abgebildeten Objekte auch klein, trotzdem schrumpft die Schärfentiefe schneller als die Größe des Motivs. Aufgrund von besonders bei großen Abbildungsmaßstäben schnell auftretenden Beugungseffekten lohnt es sich auch nicht, stark abzublenden, denn schnell sorgen die Beugungseffekte für eine gleichmäßige Unschärfe bei starker Abblendung. Zur Vergrößerung und zum Pixelabstand des Sensors läßt sich daher die förderliche Blende berechnen, bei welcher gerade keine Beugungseffekte sichtbar werden, einmal abgesehen von Abbildungsfehlern des Objektivs können also alle Blendenzahlen sinnvoll verwendet werden, die nicht größer als diese förderliche Blende sind.
Im Kapitel über das Photographieren wurde ebenfalls schon beschrieben, dass die Schärfentiefe von Blende und Abstand zwischen Objektiv und Objekt abhängt. Bei den für die Makrophotographie üblichen Abbildungsmaßstäben ist die Schärfentiefe meist recht gering. Auch hinsichtlich des Fokussierens bieten sich teils andere Techniken an, bis zu Vergrößerungen von 1 mag der Autofokus noch gute Dienste leisten. Bei stärkeren Vergrößerungen bietet es sich meist eher an, erst die Vergrößerung nach geschätzter Größe des Motivs einzustellen und sich dann mit dem Objektiv dem Motiv zu nähern, bis es scharf abgebildet wird.
Während bei 'normalen' Motiven meist vom Aufnahmeabstand gesprochen wird, also der Abstand zwischen Motiv und Sensor, ist bei Makroaufnahmen der Arbeitsabstand relevanter, also der Abstand von der Frontlinse zum Motiv. Bei einigen Tieren gibt es etwa eine bestimmte Fluchtdistanz, die nicht unterschritten werden sollte. Oder das Motiv gehört zu einem größeren Objekt wie die Blüte zu einem Strauch und es ist entscheidend, dass man mit dem Objektiv oder sonstigen Ausrüstungsgegenständen nicht gegen Teile des Strauches kommt, die nicht aufgenommen werden.
Die bei Kompaktkameras eingesetzten Objektive können recht außergewöhnliche Konstruktionen sein, um mit kleinen Sensoren Weitwinkelaufnahmen machen zu können - teilweise erlauben sie recht kurze Arbeitsabstände wie nur 1cm, von einigen Herstellern werden sogar 0cm angegeben, was aufgrund der Konstruktion des Objektivs und einer gegebenfalls vorhandenen großen Schärfentiefe durchaus möglich ist, was dann aber auch heißt, dass Staub und Schmutz auf der Frontlinse scharf abgebildet werden können, ein Phänomen, welches man bei Spiegelreflexkameras eigentlich nur von Fischaugenobjektiven kennt, die eine ähnlich kurze Brennweite haben. Ähnlich wie bei den Fischaugenobjektiven lassen sich trotz des so kurzen Arbeitsabstandes keine starken Vergrößerungen erreichen - aber Tiere sind dann meist ohnehin schon geflüchtet und andere Motive sind vielleicht auch schon durch das Objektiv zur Seite geschoben worden. Von daher ist es kein erstrebenswertes Ziel, einen Arbeitsabstand von einem Zentimeter oder weniger zu haben, das ist eher die Domäne der Mikrophotographie oder der Mikroskope, die für solche Abstände optimierte Objektive haben.

Für die Belichtung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Seitenlicht ist geeignet, um Konturen und Details herauszuarbeiten und Schatten besser sichtbar zu machen, die wiederum für einen räumlichen Eindruck sorgen. Schatten können sich manchmal aber auch als störend erweisen; hier eignet sich dann diffuses Licht, wie man es an wolkigen Tagen oder in geschlossenen Räumen hat (besonders in geschlossenen Räumen der Nordseite).
Die Makrophotographie ist besonders gefährdet für Verwacklung, insbesondere da Blumen im Wind wehen können und Insekten oft nicht vollständig ruhig sind; auch bewirken kleinste Wackler bereits eine große Änderung des Bildausschnitts, genau wie beim Photographieren im Telewinkel. Ein Stativ hilft zumindest, dass man selbst nicht die Kamera verreißt, zudem sind kurze Verschlusszeiten angebracht, falls sich das Motiv oder die Kamera bewegen. Bei einer Vergrößerung von 1 machen sich offenbar bereits Bewegungen von der Größe eines Pixelabstandes des Sensors störend bemerkbar, bei stärkeren Vergrößerungen entsprechend kleinere Bewegungen. Bewegungen in Richtung des Motivs verschieben zudem die Schärfeebene, es wird also nicht mehr scharf dargestellt, was einen eigentlich interessiert. Da die Schärfentiefe oft nur Bruchteile von einem Millimeter beträgt, kann das schnell das zentrale Problem bei einer Aufnahme werden.
Wenn die optimale Empfindlichkeit des Sensors ausgereizt ist, entsteht so trotzdem der Bedarf nach mehr Licht, um kurze Belichtungszeiten und die bereits genannte förderliche Blende einstellen zu können. Zu dem Zwecke, gerne auch für Freihandaufnahmen, werden spezielle Blitzgeräte eingesetzt, die vorne am Objektiv montiert sind. Die Blitzgeräte lassen sich meist geeignet auf das Motiv ausrichten und haben zudem recht kurze Leuchtzeiten, um Verwacklungen zu vermeiden. Die Schärfeebene im richtigen Bereich zu halten, bleibt aber besonders bei Freihandaufnahmen auch da eine Herausforderung.
Bei Kompaktkameras mit fest eingebautem Objektiv und integrierten Blitz hat man indessen oft bereits bei halbwegs nahen Motiven das Problem, dass der Blitz daran vorbeigeht oder aber das Objektiv einen Schatten wirft, besonders bei Arbeitsabständen von 1cm oder weniger ist das unvermeidbar. Eine Bastlerlösung ist hier eine improvisierte 'Lichttülle', die am Blitz montiert wird und das Blitzlicht um das Objektiv herum bis vorne zum Motiv lenkt.
Die Makrophotographie ist eines der wenigen Genres, das sich nicht direkt an einem bestimmten Thema beziehungsweise thematischen Richtung orientiert (wie Straßenphotographie, Landschaftsphotographie, Porträtphotographie etc.). Sie grenzt damit an viele andere Genres, zum Beispiel Naturphotographie, Tierphotographie und Sachphotographie sowie ferner auch Mikrophotographie und Reprophotographie. Die Mikrophotographie verwendet noch kleinere Abbildungsmaßstäbe und zeigt damit Dinge, die mit bloßem Auge definitiv nicht mehr erkennbar sind. Das Auffinden von Motiven kann bei der Mikrophotographie also mit mehr Aufwand verbunden sein - etwa Recherche in anderen Quellen oder aber auch eigene Makroaufnahmen mit geringerer Vergrößerung, welche interessante Details bereits erahnen lassen.
Gute (Licht-)Mikroskope können meist ebenfalls so ausgebaut werden, dass sie sich zur Photographie eignen, damit ist es dann leichter möglich, mit qualitativ guten Bildern bis zur Auflösungsgrenze von optischen Abbildungen mit sichtbarem Licht zu gelangen. Diese Grenze liegt ungefähr bei der halben Wellenlänge des verwendete Lichtes, also etwa 0.25 Mikrometer, woran sich erkennen läßt, dass dieser Bereich Kameras mit ihren Pixelabständen von typisch 2 bis 10 Mikrometern durchaus zugänglich ist. Optik, Stabilität des Aufbaus und Beleuchtung sind beim Mikroskop aber zumeist deutlich besser ausgelegt als bei einer Kamera mit ihrem Zubehör, so dass es bei letzterer trotz rechnerisch erreichter passender Vergrößerung zumeist nicht reicht, so kleine Strukturen wirklich aufzulösen. Die Auflösung wird dann nicht mehr durch die Pixelabstände des Sensors gegeben, sondern durch die verwendete Optik oder durch Beugung.

Weitere ausgewählte Genres

Abstrakte Photographie


Abstrakte Photographie durch Farben. Für die Aufnahme wurde Kunstlicht verwendet.
Abstrakte Photographie ist ein recht spezielles photographisches Genre, das unter Hobbyphotographen leider nur wenig Aufmerksamkeit erhält. Anders als in der gegenständlichen Photographie, wo meist ein bestimmtes Objekt Motiv des Photos ist, zeichnen sich abstrakte Photos allein durch Muster, Formen, Strukturen und Farben aus. Diese haben meist einen eindrucksvollen, zum Teil mystischen oder verwirrenden Charakter. In vielen Fällen sieht man erst auf den zweiten Blick, was der Photograph eigentlich photographiert hat, in manchen Fällen kann man es auch gar nicht erkennen. Das ist genau das Ziel der abstrakten Photographie – es geht nicht um das, was aufgenommen wurde, sondern rein um die Wirkung von Strukturen, Linien und Farben; das ursprünglich Photographierte tritt in den Hintergrund, es wird soweit "abstrahiert", bis man nicht mehr erkennt, was abgebildet ist. Somit sieht letztlich auch jeder etwas anderes in der Komposition, und das ist möglicherweise einer der Gründe, warum abstrakte Photographie (und abstrakte Kunst im weiteren Sinne) bei Betrachtern höchst unterschiedlich wirkt und Gefallen findet.

Zweig einer Lärche (Mikroaufnahme).
Abstrakte Photographie ist in vielen Fällen Makrophotographie, jedoch bei weitem nicht in allen Fällen. Das Gewebe eines Teppichs, die Struktur eines Grashalms, die Schale einer Orange oder die Oberfläche einer Holzplatte – man kann durch Makroaufnahmen oftmals bemerkenswerte abstrakte Aufnahmen bekommen, am Ende geht es aber meist darum, möglichst viel auszuprobieren und genau zu beurteilen, ob ein interessantes Ergebnis zustande gekommen ist oder nicht. Hierfür bietet es sich an, das Bild am Rechner zu beurteilen und gegebenenfalls nachzubearbeiten - auf einem kleinen Kamerabildschirm kann ein eigentlich gelungenes abstraktes Photo völlig uninteressant wirken und umgekehrt.
Abstrakte Aufnahmen können manchmal auch bei bestimmten Lichtverhältnissen entstehen. Wenn man in einem kahlen Winterwald das Bild stark überbelichtet, wird man mit etwas Geschick eine Art Geisterwald als Ergebnis bekommen (nur noch die Stämme und Zweige sind sichtbar). Solche Aufnahmen nennt man dann auch semiabstrakt, das heißt, das Bild befindet sich zwischen abstrakt (der photographierte Gegenstand ist nicht mehr erkennbar beziehungsweise hat keine Bedeutung in dem Photo) und gegenständlicher Photographie (es geht rein um das abgebildete Motiv). Semiabstrakte Aufnahmen sind auch Aufnahmen bei starkem Gegenlicht, bei dem nur noch die Konturen des Motivs (zum Beispiel Bauwerk) sichtbar werden.
Manchmal lohnt es sich für abstrakte Aufnahmen auch, verschiedene Objekte stark heranzoomen, zum Beispiel einen blühenden Kirchbaum, die Wasseroberfläche eines Sees, Wolken oder der Himmel in der Dämmerung - hier können ebenfalls interessante Muster, Formen und Farbspiele abgebildet werden. Voraussetzung ist ein starkes Teleobjektiv, das mindestens 300 mm Brennweite (Super-Telewinkel) ermöglichen sollte. Wie die unten abgebildeten Photos zeigen, lassen sich gerade auch mit Wasser vielen abstrakte Aufnahmen zaubern. Solche Aufnahmen fordern jedoch einiges an photographischem Geschick.

Stillleben


Typisches Stillleben.
Stillleben bezeichnet die bewusste Auswahl und Anordnung von Gegenständen zu einer Komposition. Die Gegenstände sind dabei unbelebt und meist von kleinem Ausmaß; oft sind es typische Alltagsgegenstände. Beliebt sind vor vor allem Obst, Blumen, Schreibtischgegenstände (zum Beispiel Stifte, Scheren, Locher etc.), Geschirr und Besteck, Schachteln und Dosen und Vieles mehr. Das Besondere am Stillleben ist, dass man als Photograph volle Kontrolle über Komposition und Belichtung hat, so dass Stillleben auch für Einsteiger gut geeignet sind.

Stillleben aus Schreibtisch- und Alltagsgegenständen.
Beim Erstellen eines Stilllebens geht es im Grunde zunächst darum, einzelne ausgewählte Gegenstände schrittweise zu einer interessanten Komposition zusammenzustellen - anders als bei den meisten anderen Genre hat der Photographie hierbei völlige Freiheit. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass Hintergrund und Untergrund entsprechend passen. Für viele Stillleben eignen sich Holztische beziehungsweise Holzplatten als Untergrund, der Hintergrund solle möglichst monoton sein (oft bietet sich ein dunkler Hintergrund besser an als ein heller).
Neben der Komposition spielt die Belichtung von Stillleben eine wichtige Rolle und ermöglicht dem Einsteiger somit, verschiedene Arten der Belichtung auszuprobieren. Vor allem die Wahl zwischen harten und weichen Licht sowie die Position der Lichtquelle spielen eine wichtige Rolle und können das Stillleben auf unterschiedlichste Art erscheinen lassen. Starkes und hartes Licht lässt Gegenstände dabei leichter erscheinen und Farbwirkung schwächen, dezentes und weiches Licht lässt die Gegenstände hingegen schwerer und massiver wirken, die Farben erscheinen kräftiger.
Da man bei der Stilllebenphotographie manchmal schon nah an die Makrophotographie herankommt und das gesamte Stillleben möglichst scharf erscheinen sollte, ist die Wahl einer großen Blendezahl wichtig. Die Brennweite sollte, wie häufig in der Sachphotographie, im unteren bis mittleren Telewinkel liegen, also etwa zwischen 80 und 200 mm.
Wie so oft auch, bietet es sich bei Stillleben an, mehrere Photos aufzunehmen und kleine Details immer wieder zu ändern. Man kann dann später aus einer Auswahl von Photos jene aussuchen, die am besten gelungen sind.

Astrophotographie


Sonnenfinsternis - Sonne und Mond haben offenbar von der Erde aus gesehen die gleiche scheinbare Größe.

Die aufgehende Erde, aufgenommen während der Mondumkreisung von Apollo 8 im Jahr 1968. Unten ist der Mond zu sehen. Ein Beispiel, für welches eine deutlich aufwendigere Ausrüstung, insbesondere ein Raumschiff, notwendig war.

Halbmond. Aufgrund des Seitenlichtes gibt es einen hohen Kontrast und Krater und Hügel sind gut zu erkennen.

Andromeda Galaxie - ultraviolettes Licht, Falschfarbendarstellung. Da die Galaxie relativ nahe zur Milchstraße gelegen ist und als Galaxie natürlich recht groß und hell ist, kann man sie auch mit bloßem Auge sehen. Sie ist also durchaus ein mögliches Photomotiv für den Hobby-Astronomen.

Sonne, Falschfarbendarstellung.
Bei der Astrophotographie ist zumeist besondere Ausrüstung erforderlich, um akzeptable Aufnahmen zu erzielen, also Objekte formatfüllend abzubilden.
Sonne und Mond sind mit einer scheinbaren Größe von 0.5 Grad offenbar die größten und damit einfachsten Motive. Andere Objekte sind kleiner, entsprechend vergrößert sich die erforderliche Brennweite.
Mit der Brennweite f, der Höhe des Bildsensors h und dem Bildwinkel = 2 arctan(h/(2f)) berechnet man schnell, dass man für das Kleinbildformat eine Brennweite von etwa 2.7 Metern braucht, um diese Himmelskörper formatfüllend abzubilden, brauchbare Ergebnisse mag man bereits ab einer Brennweite von 400 mm erzielen. Aufgrund von Wetterbedingungen und Bewegungen der Atmosphäre (auch englisch: Seeing) erzielt man allerdings mit einer Brennweite von 2.7 Metern nicht zwangsläufig eine bessere Auflösung von Details als mit einer Brennweite von etwa der Hälfte.
Es kann sich hier also durchaus lohnen, sich ein Teleskop oder ein Fernrohr anzuschaffen, an welches man mit Adaptern eine Kamera mit Möglichkeit zum Wechseln des Objektivs montieren kann. Ähnlich wie bei der Mikrophotographie mit einem Mikroskop kann man zwar mit Kompaktkameras prinzipiell auch durch das Okular Aufnahmen machen, da die Optik für diese Anwendung aber nicht optimiert ist, sind die Ergebnisse zumeist suboptimal.
Werden die Objekte nicht annähernd formatfüllend aufgenommen, ist auf eine geeignete Wahl der Belichtungsmessung beziehungsweise auf eine geeignete Belichtungskorrektur zu achten.
Da die Motive der Astrophotographie allerdings immer weit weg sind, kann praktisch immer mit offener Blende gearbeitet werden - oder eben mit Teleskopen und Fernrohren, die gar keine Blendeneinstellmöglichkeit haben. Hinsichtlich der Schärfeeinstellung gibt es hier spezielle Hilfsmittel (Scheinerblende).
Bei längeren Belichtungszeiten kann es allerdings erforderlich sein, beim Stativ die Bewegung der Erde zu kompensieren, wofür es bei Teleskopen bereits fertige Einrichtungen gibt. Allerdings ergeben sich bei Langzeitbelichtungen auch interessante Effekte, wenn der Nachthimmel mit einem Weitwinkel oder Fischauge aufgenommen wird, die Erddrehung ist dann direkt als scheinbare Bahn der Sterne als Teilkreise auf dem Bild erkennbar (Strichspuraufnahme).
Als Faustformel für Aufnahmen in mittleren Breitengraden ergibt sich für die maximale Belichtungszeit, bei der Spuren auf beim Anblick des gesamten Bildes noch keine Rollen spielen: t/s = 420 mm / Brennweite. Bei einer Brennweite von 420 mm sollte man also maximal eine Sekunde belichten, wenn man keine Spuren sehen will. Für eine genauere Analyse muß allerdings immer der Pixelabstand des Sensors, die Position und Ausrichtung der Kamera berücksichtigt werden.
Bei Aufnahmen vom Mond eignet sich besonders Seitenlicht, also Aufnahmen bei Halbmond, so treten Krater und Berge durch Schattenbildung plastischer hervor als bei Vollmond, wo nur unterschiedliche Farben wirken, der Kontrast eher gering ist.
Bei Aufnahmen von der Sonne kann es interessant sein, mit speziellen Filtern nur bestimmte Bereiche des Spektrums aufzunehmen. Normalerweise sind in den üblichen Kameras bereits Filter eingebaut, um das zur Aufnahme beitragende Licht auf den sichtbaren Bereich zu begrenzen. Es gibt allerdings auch spezielle Kameras für solche (wissenschaftliche) Zwecke, bei denen diese Filter nicht eingebaut worden sind. Damit sind dann auch Aufnahmen im Infrarot-Bereich oder im Ultraviolett-Bereich sinnvoll und möglich.

Aufnahmen, bei denen Mond oder Sonne nur Teil des Motivs sind - etwa zwischen Wolken oder Bäumen, Bergen etc, wird man übrigens eher zur Landschaftsphotographie zählen, nicht zur Astrophotographie.
Fortsetzung folgt

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