Samstag, 25. Juli 2015

Ausprobiert - lichtstarkes Objektiv Sigma 17-50 mm F2,8 EX





Nachdem der Preis stark reduziert wurde, und ich Geburtstag hatte, habe ich es mir geleistet: das lichtstarke Objektiv von Sigma, 17-50 mm, durchgehend mit F2,8. Kostenpunkt: um die 330 Euro für die Canon-Version (statt der ursprünglichen 879 Euro).  Das war Mitte Mai. Mittlerweile habe ich es schon seit zwei Monaten im Einsatz und kann erste Bilanz ziehen.







Unbedingt notwendig ist es nicht, das muss ich zugeben. Da ich eine sehr ruhige Hand habe und auch mit 1/25 nachts noch scharf fotografieren kann - auch bei ausgefahrenem 200-Tele - könnte ich auch meist weiterhin mit meinem 18-200 Universal-teleobjektiv von Sigma operieren. Notfalls eben mit 6.400 ISO, dann muss ich natürlich das Rauschen mit Neatimage entfernen.

Aber trotzdem bereue ich den Kauf nicht. als Haupteinsatzgebiete haben sich heraus kristallisiert:

  • Fotografie bei Veranstaltungen in Innenräumen
  • Fotografie bei Veranstaltungen nachts oder spät abends
  • Blumenfotografie
  • Portraitfotografie tags mit stark unscharfem Hintergrund (freigestellte Portraits)
Letzteres mache ich persönlich kaum, ist aber ein typisches Einsatzgebiet genau für dieses Objektiv. Darum erwähne ich es hier.



Technische Bewertung:

Das Teleist schwerer und größer als mein 18-200 Tele, was bei Spaziergängen durch die Stadt eine Rolle spielen kann. Es funktioniert schnell und tadellos, was die Technik betrifft.

  • Standard Zoomobjektiv 17-50 mm
  • durchgehend F 2.8
  • OS (Optical Stabilizer) und HSM (Hyper Sonic Motor)
  • Naheinstellgrenze 28 cm


Meine Bewertung entspricht dem Durchschnitt der Rezensenten auf amazon. Gestochen scharfe Bilder. Farben o.k., der Kontrast ist gut. Chromatische Aberrationen (Farbsäume) stellte ich so gut wie keine fest.  Randunschärfen und Vignettierungen und tonnenförmige Verzeichnung im Weitwinkelbereich minimal bzw. liegen im normalen Bereich. Gutes Verhalten bei Gegenlicht.

Gute Verarbeitung, das Objektiv wird von allen Amazon-Useren als wertig bezeichnet; die Ringe zum Einstellen der Brennweite und der Fokusierung sind gummiert und sehr griffig. Die Gegenlichtblende wird als billig kritisiert, sitzt aber fest, ich verstehe die Kritik nicht so recht. Stabilisator ist leise und kaum zu hören. Der Ultraschallmotor für die Scharfjustierung ist ebenfalls leise und genau.

Interessanter finde ich, ob und wann sich dieses Tele im Vergleich zu anderen Objektiven eignet, also die Wirkungen beim Einsatz.

Veranstaltungen:

Bei der Veranstaltungsfotografie habe ich die letzten Jahre auch mit meinem einfachen Universalteleobjektiv (18-200) wunderbare Fotos schießen können. Auch heute noch nehme ich dieses Tele gelegentlich mit auf Veranstaltungen und lasse das 17-50-Tele zu Hause. Gelegentlich ist mir die Zoom-Funktion bis 200 wichtiger, weil mir hier die schönsten Schnappschüsse gelingen.

Aber - ich muss mich bei diesem 18-200 Tele wirklich konzentrieren - auf Belichtungszeit und Blende achten, Hand ruhig halten, Luft anhalten, evtl. 2-Sekunden Zeitverzögerung wählen, im Extremfall Spiegelvorauslösung benutzen, ISO raufschrauben. Und es kann sein, dass ich das eine oder andere Foto einfach nicht mache, weil mir zu lange Belichtungszeiten angezeigt werden, oder dass ich einzelne Bilder löschen muss, wenn ich sie am PC ansehe.

Und selbst dann, wenn ich die Kamera ruhig halte, aufstütze oder gar mit Stativ arbeite - es bleibt das Problem der Bewegungsunschärfe, wenn ich Personen fotografiere. Ein schönes Beispiel: die Tanzpaare auf der Tanzbühne beim letzten Altstadtfest in Regensburg vor dem Dom. Da hätte auch ein Stativ nicht geholfen - es sind die Leute, die sich bewegen, und nur ein lichtstarkes Objektiv erlaubt es mir, mit ausreichenden Belichtungszeiten zu arbeiten.

Bei dem hier besprochenen 17-50-Tele fallen diese Nachteile weg. Und ich habe viel Freiheit, muss mich nicht ständig um die Feinheiten kümmern, sondern kann mit Automatik drauf los fotografieren.

Das ist dann, wenn ich eine Ausstellungseröffnung dokumentiere (und nicht auf künstlerisch stimmungsvolle Fotos spekuliere) eine Wohltat.

Für mein Blog über Regensburg (regensburger-tagebuch.de) ist das ein sich ständig wiederholendes Einsatzgebiet. Beispiele, bei denen ich das hier besprochene Tele verwendete:

Vermisst habe ich das Objektiv schwer bei:
Hier hatte ich das normale Tele (18-200, Sigma) dabei. Und hier musste ich viele Fotos löschen, bzw musste oft von vornherein auf ein Foto verzichten, weil die Werte für Blende und Zeit zu schlecht waren. Ebenso bei der  Buchvorstellung am 22.07.2015 im Leeren Beutel - hier hätte ich mit dem 17-50 Objektiv wesentlich mehr und wohl auch bessere Fotos machen können.


Beispiel: 13.06.2015. Beim Verlassen des Stadtparks sehe ich eine Veranstaltung im ehemaligen eon-Gebäude (jetzt: Parkside) und mache testweise Fotos ohne Blitz und aus der hohlen Hand - also ohne Stativ. ISO 4000 bis 6400, Zeiten 1/30 bis 1/60, dank Blende F 2.8. Das wäre mit meinem Standardobjektiv nicht möglich gewesen.



 




Altstadtfest Regensburg


Freihandaufnahme. Die Bühne war kaum beleuchtet.









Das hat sogar mich überrascht - Freihandaufnahme ohne Stativ mit Zoom. Trotzdem ist das Bild scharf. Nur möglich mit einem lichtstarken Objektiv




Blaue Nacht:








Blumen

Bei der Blumenfotografie erlaubt mir das Objektiv zunächst mal Unschärfe-Effekte, die ich sonst nicht erreichen konnte.







Außerdem hilft mir das Objektiv immer dann, wenn es auch nur leicht windig ist. Dass ich dabei nur bis 50mm vergrößeren kann (statt mit 200) wird dadurch ausgeglichen, dass ich mit diesem Objektiv überraschenderweise extrem nah an das Objekt gehen kann. Näher als mit meinem Universalobjektiv Sigma 18-200. Dadurch habe ich denselben Pseudo-Makroeffekt, den ich suche, und ich kann aber mit Blenden bis zu F2.8 arbeiten.Dadurch ergibt sich eine minimale Belichtungszeit und ich kann die Bewegungsunschärfe ausgleichen.

Das ist ein bekanntes Problem - egal ob mit Makrolinse oder normalem Objektiv, diese blöden Blüten bewegen sich zu sehr. Und man operiert am Randbereich der Zeit-Blenden-Kombinationen.  Bei meinem 18-200 hatte ich immer das Problem: Tiefenschärfe ein wenig erhöhen,  dafür wurde dann die Belichtungszeit so lang, dass sich Bewegungsunschärfe einschlich. Merkt man erst am PC, wenn es zu spät ist.

Das Problem ahbe ich trotz ruhiger Hand, da hätte  auch ein Stativ nichts geändert: denn es ist die Blume, die sich bewegt. Ich kenne Fotografen, die haben sich Lösungen gebastelt, mit denen sie DIE BLUME und nicht die Kamera mit ihrem Stativ fixieren.

Alle folgenden Aufnahmen wurden bei schlechten Lichtverhältnissen und leicht windigen Tagen gemacht:


Was man nicht sieht: es war windig an diesem Tag. Trotzdem konnte ich die Tiefenschärfe erhöhen, ohne dass Bewegungsunschärfe ins Spiel kam













Natürlich: wer spezialisiert ist und ein lichtstarke Festbrennweitenobjektiv hat, und bereit ist, dieses Objektiv "herumzuschleppen", der braucht das hier alles nicht zu lesen. Aber wer wie ich ein möglichst universelles Tele dabei haben will und/oder nicht dauern die Objektive wechseln will, für den ist dieses 17-50 Tele eine wunderbare Lösung.

Portraits

Für Portraitfotografen, die nicht dauernd Objektive umschrauben wollen, ist das Objektiv ebenfalls interessant. Sigma macht auch entsprechend Werbung dafür. Bei durchgängig 2.8 Blende kann man die Person so ablichten, dass der Hintergrund sehr unscharf wird, auch wenn man aus einer gewissen Distanz fotografiert.




Sigma 17-50 mm F2,8 EX DC OS HSM-Objektiv für Canon: Amazon.de: Kamera



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